Rudi Apelt ist "geistig zurückgeblieben"

USA: Hinrichtung von Deutschem aufgehoben

Die Brüder Rudi und Michael Apelt wurden zum Tode verurteilt, weil sie einer Frau die Kehle durchschnitten. Jetzt wurde Rudi Apelt die Hinrichtung erspart. Die Richterin stufte ihn als "geistig zurückgeblieben" ein und ordnete seine Verlegung aus dem Todestrakt an.

Phoenix. Vor fast 20 Jahren wurden die deutschen Brüder Michael (43) und Rudi Apelt (46) wegen Mordes im Bundesstaat Arizona zum Tode verurteilt. Der Grund: Sie sollen der Ehefrau von dem 43-Jährigen, Cindy Monkman, kurz nach der Hochzeit im Dezember 1988 die Kehle durchgeschnitten haben, um mehrere hunderttausend Dollar aus einer zuvor abgeschlossenen Lebensversicherung zu kassieren.

Jetzt ging der Fall erneut vor Gericht und nahm eine überraschende Wendung. Die Richterin Silvia Arellano ordnete eine Verlegung aus dem Todestrakt an und verschonte ihn vor der Hinrichtung. Das Gericht stufte den Verurteilten aus Düsseldorf als "geistig zurückgeblieben" ein. Der Hinrichtung seines Bruders Michael stehe hingegen nichts im Wege.

Rudi Apelts Strafe soll nun in eine Lebenslange Haftstrafe mit einer Entlassung frühestens nach 25 Jahren umgewandelt werden. Deutsche Sachverständige hatten den 49-Jährigen schon vor Jahren als schwachsinnig und damit schuldunfähig eingestuft. Bei ihm waren Hirnschäden diagnostiziert worden. Beide Brüder hatten mit Verweis auf eine Entscheidung des Obersten Gerichts der USA, wonach die Hinrichtung geistig Behinderter verboten ist, die Aufhebung ihrer Hinrichtungen beantragt.

Richterin Silvia Arellano verwies bei ihrer Entscheidung darauf, dass Michael Apelt zum Tatzeitpunkt gut genug Englisch gesprochen habe, um Autos zu kaufen, Immobilien zu Mieten und eine Versicherung in einem fremden Land abzuschließen. Dagegen habe sein Bruder Rudi schon als Kind Sonderschulen besucht, sei aus der Bundeswehr geworfen worden und sehr stark auf seinen Bruder fixiert gewesen.

Die Schwester des Mordopfers kritisierte die Entscheidung der Richterin, die Hinrichtung Rudi Apelts aufzuheben. „Ich glaube nicht, dass er geistig zurückgeblieben ist, aber ich bin nicht von der Entscheidung überrascht“, sagte Kathy Monkman der „Arizona Republic“. „In dieser Phase des Spiels kümmert sich niemand um die Opfer.“

Die beiden Brüder waren 1988 in die USA ausgewandert. Am 2. Oktober 1988 lernte Michael Apelt in der Stadt Mesa die 30 Jahre alte Ernährungsberaterin Cindy Monkman kennen. Knapp einen Monat später heirateten die beiden in Las Vegas und schlossen Lebensversicherungen im Wert von über 300.000 Dollar und 100.000 Dollar ab, die mit gegenseitiger Begünstigung der Ehepartner ab dem 22. Dezember wirksam wurden. Sechs Tage später wurde die Leiche der frisch verheirateten Frau gefunden. Sie hatten die Tote in der Wüste nahe dem Ort Florence gelassen. Monkmans Körper wies vier Messerstichen in der Brust und einen im Rücken auf. Ihre Kehle war durchgeschnitten und der Abdruck eines Turnschuhs befand sich auf ihrer Stirn. Zwei Jahre später wurden die Apelt-Brüder zum Tode verurteilt.

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