Roboter bergen 75 Absturz-Opfer vom Meeresgrund

Manche Hinterbliebene wollen, dass Tote aus Air-France-Jet im Atlantik bleiben

Paris. Die Bergungsarbeiten gehen voran: Bislang sollen bereits mindestens 75 Leichen aus der vor genau zwei Jahren über dem Atlantik abgestürzten Air-France-Maschine geborgen worden sein. Das sagte Robert Soulas vom französischen Opferverband am Dienstag in Paris; er berief sich auf Justizkreise. Die Leichname befänden sich auf einem Schiff und "werden später nach Frankreich gebracht, wo sie identifiziert werden sollen", sagte er.

228 Menschen hatten sich an Bord des Airbus A330 mit der Flugnummer AF 447 auf dem Weg von Rio nach Paris befunden, als die Maschine am 1. Juni 2009 in einer Unwetterfront über dem Atlantik abstürzte.

Die Hinterbliebenen seien weiterhin geteilter Meinung über die Bergungsaktion, sagte Soulas. "Ich hätte mir gewünscht, dass die Leiche meiner Tochter nicht heraufgeholt wird." Die 24 Jahre alte Frau sei mit ihrem Ehemann gemeinsam in der Maschine gewesen. Kurz nach dem Absturz waren zunächst 50 Leichen aus dem Atlantik geborgen worden. Am 5. Mai wurde dann, nach einer einmaligen Suchaktion, der erste Leichnam mithilfe von Tauchrobotern aus dem Wrack geholt. Nach Angaben von Angehörigen will die französische Justiz ausschließlich identifizierbare Leichen in einigermaßen gutem Zustand an die Wasseroberfläche bringen. Andere sollten aus Respekt vor der Würde der Opfer auf dem Meeresboden bleiben.