Katastrophe in Japan

AKW Fukushima: Stromkabel zu Reaktor 2 bringt neue Hoffnung

Lesedauer: 19 Minuten
abendblatt.de

Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima könnte bereits am Freitag oder Sonnabend der Strom wieder angeschaltet werden. Lage noch unklar.

Tokio. Die Betreiber des Atomkraftwerks Fukushima haben noch Hoffnung, die erheblich beschädigte Anlage doch noch unter Kontrolle zu bringen und eine nukleare Katastrophe zu verhindern. Die Arbeiten zur Verlegung eines Stromkabels zum Reaktor 2 wurden nach Angaben der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) erfolgreich abgeschlossen. Die Stromversorgung soll aber erst dann wieder aufgenommen werden, wenn die Maßnahmen zur Wasserkühlung des Reaktors 3 von außen abgeschlossen seien, teilten die japanischen Behörden der IAEA mit. Hubschrauber und Wasserwerfer versuchten am Donnerstag, den teils zerstörten Reaktor vom Boden und aus der Luft mit Wasser zu kühlen. Dies soll am Freitag fortgesetzt werden.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Sonnabend im Reaktor 2 angeschaltet werden. Es ist aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors noch so intakt ist, dass es wieder in Gang gesetzt werden kann. Über Block 2 stieg am Abend erneut Rauch auf. Techniker und Soldaten arbeiten mit Hochdruck an der langen Reihe der Reaktoren 1 bis 4 gegen die tödlichen Bedrohungen aus dem Reaktorkern und den Abklingbecken für abgebrannte Kernbrennstäbe. Die radioaktive Strahlung in der Evakuierungszone um das teilweise zerstörte Kraftwerk stieg am Donnerstag deutlich an, in Tokio blieb sie dank des aufs Meer gerichteten Westwinds unter den gesundheitsschädlichen Werten, wie die IAEA in Wien mitteilte. Mit Hubschraubern aus der Luft und Wasserwerfern am Boden versuchten die Soldaten, vor allem den havarierten Reaktor 3 zu kühlen. Der Betreiber Tepco wertete den Einsatz als Erfolg, weil Wasserdampf aus dem überhitzten Meiler aufgestiegen sei. Die Behörden gaben dennoch keine Entwarnung. Die Hubschrauber können nach einem Bericht des Fernsehsenders NHK 7,5 Tonnen Wasser fassen. Doch das zielgenaue Treffen ist schwierig. „Am wichtigsten ist jetzt, große Wassermengen auf die Reaktorblöcke 3 und 4 zu schütten, vor allem um die Kühlbecken zu füllen“, sagte Atombehörden-Sprecher Hidehiko Nishiyama der Agentur Kyodo.

US-Präsident Barack Obama ordnete angesichts der Ereignisse in Japan eine „umfassende“ Sicherheitsüberprüfung für die amerikanischen Reaktoren angeordnet. Die US-Atomkraftwerke seien in der Vergangenheit „intensiv geprüft“ und für sicher befunden worden, für alle möglichen „extremen“ Fälle, sagte Obama am Donnerstag im Rosengarten des Weißen Hauses. „Aber wenn wir eine Krise wie die in Japan sehen, haben wir eine Verpflichtung, aus diesem Ereignis zu lernen.“

Die Regierung in Washington hatte am Mittwoch allen Amerikanern nahe gelegt, das Gebiet im Umkreis von 80 Kilometern um Fukushima zu verlassen. Außerdem begannen die USA am Donnerstag damit, Amerikaner auf freiwilliger Basis aus Nordjapan auszufliegen. Weitere Evakuierungsflüge sollen folgen.Das US-Verteidigungsministerium schickte ein Spezialistenteam für den Kampf gegen die Atomkatastrophe nach Japan. In Deutschland ließ es Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) offen, ob die für drei Monate stillgelegten Meiler in Deutschland wieder ans Netz gehen. „Was wir brauchen, ist ein Ausstieg mit Augenmaß“, sagte Merkel. Von den acht betroffenen AKW waren am Donnerstag sieben bereits abgeschaltet.

Mit Neckarwestheim I, Philippsburg I und Isar I gingen die ersten alten AKW vom Netz. Der Energiekonzern Eon wollte Unterweser am Freitagmorgen vom Netz nehmen. Für Biblis A hat der Betreiber RWE nach eigenen Angaben noch keine entsprechende Anordnung erhalten. Biblis B, Brunsbüttel und Krümmel stehen derzeit ohnehin still. Mittelständischen Unternehmen in Deutschland drohen Lieferengpässe nach den tagelangen Produktionsausfällen in Japan. „Es gibt jetzt schon Engpässe, und die Engpässe werden sich verschärfen“, sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Mario Ohoven.

Auch der Maschinenbau befürchtet Lieferengpässe. An den aus Japan kommenden Flugzeugen auf dem Flughafen Frankfurt wurde bisher keine erhöhte Radioaktivität gemessen. Derzeit landen in Frankfurt täglich sieben Maschinen aus Japan, darunter fünf Lufthansa-Flugzeuge und je eines der japanischen Gesellschaften ANA und JAL. Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU) hält Lebensmittel aus Japan weiter für ungefährlich. „Unsere Erkenntnisse sind, dass momentan keine Lebensmittel kontaminiert sind“, sagte Aigner am Donnerstag am Rande eines EU-Ministerrats in Brüssel. Zudem exportiere Japan wegen der Katastrophe derzeit kaum Lebensmittel: „Alle Handelswege sind praktisch zusammengebrochen.“

Donnerstag, 17. März

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20.32 Uhr: Die Situation in dem schwer beschädigten japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich in den vergangenen 24 Stunden nach Angaben der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) nicht „bedeutend“ verschlechtert. Die Lage in den Reaktoren 1, 2 und 3, die durch eine Reihe von Explosionen und Feuern schwer beschädigt wurden, scheine „relativ stabil“ zu sein, sagte Graham Andrew, der wissenschaftliche und technische Berater von IAEA-Generaldirektor Yukiya Amano, am Donnerstag auf einer Pressekonferenz in Wien. Auf die Frage, ob dies Anlass zur Hoffnung gebe, sagte Andrew, es sei zu früh, dazu etwas zu sagen.

19.43 Uhr: Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Kyodo könnte der Strom am Freitag oder Sonnabend im Reaktor 2 angeschaltet werden. Nach Angaben der IAEA ist es aber unklar, ob das Kühlsystem des Reaktors noch so intakt ist, dass es mit Strom wieder in Gang gesetzt werden kann. Den Ingenieuren war es gelungen, ein externes Stromkabel zu legen.

19.17 Uhr: Die Situation im Atomkraftwerk Fukushima 1 hat sich nach Einschätzung der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEA) seit Mittwoch etwas stabilisiert – kann sich aber jederzeit ändern. Die Lage in der Anlage habe sich seit Mittwoch nicht verschlechtert, sagte der IAEA-Experte Graham Andrew bei einer Pressekonferenz in Wien. „Aber es ist weiterhin möglich, dass es schlimmer werden könnte“, so Andrew. Die Situation sei weiterhin sehr ernst. IAEA-Chef Yukiya Amano war am Mittwoch mit einem Expertenteam von Wien aus Richtung Tokio gestartet. Seine Mitarbeiter sollen seinen Angaben nach auch Fukushima besuchen. Anfang kommender Woche soll sich dann der IAEA-Gouverneursrat in einer Sondersitzung mit Japan befassen.

18.53 Uhr: Ingenieuren sei es gelungen, ein externes Stromkabel an den Reaktor Nummer 2 zu legen, teilt die Internationale Atomenergiebehörde mit. Die Japaner planen den Stromanschluss, sobald das Besprühen mit Wasser beendet ist.

18.16 Uhr: Dreißig Kilometer nordwestlich vom havarierten Kraftwerk Fukushima-Daiichi entfernt ist offenbar eine hohe Strahlendosis gemessen worden. Der japanische Fernsehsender NHK berichtet unter Berufung auf das japanische Wissenschaftsministerium, die Strahlenwerte betrügen 0,17 Millisievert pro Stunde.

Personen, die dieser Strahlendosis sechs Stunden lang ausgesetzt sind, haben damit bereits die Jahresdosis aufgenommen, der Beschäftigte in Deutschland laut Strahlenschutzverordnung durch Radioaktivität normalerweise maximal ausgesetzt sein dürfen.

Am Donnerstagvormittag waren bei Hubschrauberflügen über den Reaktoren des AKW Fukushima-Daiichi deutlich erhöhte Strahlungswerte gemessen worden. In 100 Metern Höhe betrug die Radioaktivität 87,7 Millisievert.

17.07 Uhr: Aufgrund der Entwicklungen in dem schwer beschädigten Atomkraftwerk Fukushima 1 wird die deutsche Botschaft in Japan vorübergehend von Tokio nach Osaka verlegt. Von der Stadt im Südwesten der Hauptinsel Honshu werde die Beratung und Betreuung deutscher Staatsbürger fortgeführt, teilte das Auswärtige Amt in Berlin mit. Zudem empfiehlt das Ministerium, das eine Teilreisewarnung für das ostasiatische Land erließ, allen Deutschen, die Region um das Atomkraftwerk Fukushima 1 sowie den Großraum um die benachbarten Städte Tokio und Yokohama vorübergehend zu verlassen. Sie sollten nach Osaka oder über Osaka ins Ausland ausweichen, riet das Ministerium.

17.04 Uhr: Das US-Verteidigungsministerium hat die Entsendung eines neun Mitglieder zählenden Teams zur atomaren Gefahrenabwehr bekanntgegeben. Die Soldaten sollen die japanischen Streitkräfte beraten.

16.25 Uhr: Freiwillige wollen die Arbeiter im havarierten Atomkraftwerk Fukushima 1 unterstützen. Darunter sind Angestellte des AKW-Betreibers Tepco sowie anderer Firmen, wie der britische Sender BBC berichtete. Sie wollten die eskalierende Lage unter Kontrolle bringen. Unter Berufung auf die Agentur Jiji Press meldete BBC weiter, dass einer der Freiwilligen ein 59 Jahre alter Mann sei, der bereits vier Jahrzehnte in Atomkraftwerken gearbeitet habe und eigentlich in sechs Monaten in Ruhestand wollte.

15.46 Uhr: Mit individuellem Stromsparen haben Millionen von Haushalten im Großraum Tokio einen drohenden Kollaps bei der Energieversorgung abgewendet. Am Donnerstag sei es nur zu vorübergehenden Stromabschaltungen und nicht zum befürchteten totalen Blackout gekommen, teilte der Energieversorger Tepco nach Angaben der Agentur Kyodo mit. Der Verbrauch habe in Spitzenzeiten 33,3 Millionen Kilowatt bei einer Einspeisung von 33,5 Millionen Kilowatt betragen.

15.30 Uhr: Die US-Regierung fliegt nach Angaben des Fernsehsenders CNN Amerikaner aus Japan aus. Mit der Aktion solle an diesem Donnerstag begonnen werden, berichtete der Sender unter Berufung auf Informationen aus dem State Department. Dafür würden Charterflüge eingesetzt. Zunächst werden Angehörige von Diplomaten sowie Kranke ausgeflogen, hieß es. Auch andere US-Bürger könnten sich melden.

14.30 Uhr: Die neue Stromleitung ins Katastrophen-AKW Fukushima soll bald stehen: Wahrscheinlich werde die Versorgung noch am Donnerstag wieder hergestellt, sagte ein Sprecher der Betreiberfirma Tepco. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo. Zum einen planen die Techniker neue Außenkabel zu den havarierten Reaktoren 1 und 2: Mit ihrer Hilfe soll die defekte Kühlung der Anlagen wieder in Betrieb gesetzt werden. Außerdem soll bald ein provisorisches Stromaggregat in Betrieb gehen - und zwar auf einem Teil des AKW-Geländes, wo die Strahlenbelastung nicht so hoch ist.

14.13 Uhr: Fünf Spezialfahrzeuge des japanischen Militärs haben den Reaktor 3 des Katastrophen-AKW Fukushima mit rund 30 Tonnen Wasser bespritzt. Den Einsatz an der Reaktor-Ruine bewertete der Betreiber Tepco als Erfolg: Es sei Dampf aufgestiegen, folglich hätten die Wasserwerfer das Becken mit den Brennstäben getroffen, zitierte die Nachrichtenagentur Kyodo einen Tepco-Sprecher. Bei den Wasserwerfern handelt es sich um Spezialfahrzeuge des Militärs, wie sie sonst etwa bei Flughafen-Bränden zum Einsatz kommen. Ihre Wasserkanonen können rund 80 Meter weit spritzen. Der Einsatz soll am Freitag fortgesetzt werden.

13.34 Uhr: Russland bietet Japan Hilfe bei der Feuerbekämpfung im Atomkraftwerk Fukushima an, meldet die Agentur Interfax unter Berufung auf das Außenministerium. Unterdessen stieg weißer Rauch oder Dampf aus dem Reaktor Nr. 2 in Fukushima auf, teilt Tepco mit.

13.20 Uhr: Die USA haben eine unbemannte Drohne zur Dokumentation der Schäden über das havarierte japanische Atomkraftwerk Fukushima 1 fliegen lassen. Die dabei gemachten Fotos sind der Regierung in Tokio übermittelt worden.

12.14 Uhr: Große Hoffnungen richten sich auf neue Stromleitungen ins Katastrophen-AKW in Japan. "Der nächste wichtige Schritt ist, die Stromversorgung wiederherzustellen“, sagte Hidehiko Nishiyama von der staatlichen Atombehörde der Agentur Kyodo. Es war geplant, die Arbeiten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) zu starten. Über den Fortschritt bei der Aktion gab es zunächst keine Informationen. Zum einen planen die Techniker neue Außenkabel zu den havarierten Reaktoren 1 und 2: So soll die defekte Kühlung der Anlagen wieder in Betrieb gesetzt werden. Außerdem soll bald ein provisorisches Stromaggregat in Betrieb gehen - und zwar auf einem Teil des AKW-Geländes, wo die Strahlenbelastung nicht so hoch ist.

11.42 Uhr: Die Kühlung der Reaktoren des AKW Fukushima mit Wasserwerfern ist eingestellt worden, berichtet das japanische Fernsehen. Grund dafür sei die hohe Radioaktivität.

11.33 Uhr: Sechs Tage nach der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe ist die Zahl der Toten und Vermissten auf 14.650 angestiegen. Bislang seien 5321 Todesopfer bestätigt worden, teilte die Polizei am Donnerstag in Tokio mit. 9329 Menschen würden noch vermisst. Außerdem seien bei der Katastrophe am Freitag vergangener Woche knapp 2400 Menschen verletzt worden.

11.17 Uhr: Im japanischen Atomkraftwerk Fukushima 1 sind in den vergangenen Tagen nach Angaben der internationalen Atombehörde IAEA in Wien 23 Menschen verletzt worden. Mindestens 20 weitere Mitarbeiter wurden verstrahlt, hieß es in einer Mitteilung der IAEA. Einer von ihnen war demnach sehr starker Strahlung ausgesetzt.

10.13 Uhr: Eine niedrige Konzentration von radioaktiven Teilchen aus dem japanischen Unglücksreaktor bewegt sich Forschern zufolge auf Nordamerika zu. Der Forschungsleiter am Schwedischen Institut für Verteidigungsforschung, Lars-Erik De Geer, berief sich am Donnerstag auf Daten von internationalen Messstationen. Die Strahlenwerte seien für Menschen unbedenklich, betonte er.

9.40 Uhr: Am Nachmittag will die Polizei damit beginnen, die beschädigten Reaktoren im Kernkraftwerk Fukushima 1 mit Wasserwerfern abzukühlen. Bei Reaktor 4 etwa aber ist das Dach noch teilweise intakt, das erschwert den Einsatz aus der Luft.

9.05 Uhr: Einsatzkräfte arbeiteten in Fukushima unter extremen Bedingungen daran, das Atomkraftwerk erstmals seit dem Beben vom Freitag wieder über eine Behelfsleitung mit Strom zu versorgen. Bis zum Nachmittag (Vormittag MEZ) könnte die Leitung teilweise wieder funktionieren, meldete die Agentur Kyodo unter Berufung auf die nationale Atomsicherheitsbehörde. Damit soll die defekte Kühlung wieder in Gang gebracht werden.

8.32 Uhr: Die chinesische Regierung fordert Japan dazu auf, zeitnah und präzise über jede Entwicklung in der Atom-Krise zu informieren.

7.54 Uhr: In Japans Hauptstadt Tokio und Umgebung ist laut dem Handelsminister Banri Kaieda ein großflächiger Stromausfall möglich. Dies könne geschehen, wenn die Stromnachfrage über die des Donnerstagmorgens steige, sagt Kaieda.

7.22 Uhr: Der Hafen Onahama im vom Erdbeben erschütterten Norden Japans hat teilweise seinen Betrieb wiederaufgenommen. Dies teilt die Regierung mit. Weitere Häfen würden innerhalb der nächsten Tage folgen. Über die Häfen werden rund sieben Prozent der Industrieproduktion des Landes abgewickelt.

6.48 Uhr: Die Zahl der offiziell registrierten Todesopfer nach der Naturkatastrophe in Japan steigt weiter. Binnen weniger Stunden korrigierte die Polizei ihre Angaben noch einmal deutlich nach oben und nannte 5198 Tote.

6.02 Uhr: Im Pazifik-Staat Vanuatu ist am Donnerstag ein starkes Erdbeben gemessen worden. Nach Angaben des US-Instituts für Geophysik hatte es eine Stärke von 6,5. Eine weitreichende Tsunami-Warnung wurde nicht ausgegeben. Das Institut rief aber die Behörden in Vanuatu wegen möglicher örtlicher Riesenwellen zur Wachsamkeit auf. Vanuatu liegt wie Japan auf dem Pazifischen Feuerring, auf dem die Erde regelmäßig stark bebt.

5.50 Uhr: Die japanischen Streitkräfte haben die Bewässerung des beschädigten Atomkraftwerks Fukushima-Daiichi wieder aufgenommen. Ein Militärhubschrauber vom Typ Chinook CH-47 habe über Reaktorblock 3 mindestens vier Ladungen Wasser abgeworfen, sagte die Sprecherin des Verteidigungsministeriums, Kazumi Toyama.

5.45 Uhr: Das Dach von Reaktor 4 des Unglücks-Atomkraftwerks Fukushima 1 ist bis auf den Rahmen zerstört. Das berichtete die japanische Nachrichtenagentur Kyodo mit Verweis auf den AKW-Betreiber Tepco. Bislang hatte es geheißen, dass das nur teilweise beschädigte Dach einen Kühleinsatz per Hubschrauber erschwere. Deshalb gingen elf Wasserwerfer der Polizei in Stellung.

4.44 Uhr: Der Druck im Reaktorblock 3 steigt nach Angaben des AKW-Betreibers Tepco wieder.

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Lesen Sie auch: Lage in japanischen Notlagern verschärft sich

Die Situation der Flüchtlinge in Japan verschärft sich. In der Präfektur Fukushima verlassen immer mehr Menschen ihre Häuser und bringen sich in Sicherheit. Laut Fernsehsender NHK flohen weitere 28.000 Menschen vor der Gefahr radioaktiver Verstrahlung. Weiter im Nordosten kämpfen die Menschen unterdessen gegen bittere Kälte. Benzin und Nahrungsmittel werden immer knapper.

Die Situation im Kernkraftwerk Fukushima 1 gerät zunehmend außer Kontrolle, nachdem ein heftiges Erdbeben und Tsunami die Anlage am Freitag beschädigt hatten. Viele Notunterkünfte in der Region seien aber schon überfüllt und könnten keine weiteren Flüchtlinge aufnehmen, berichtete NHK. Deshalb würden viele Menschen jetzt auch auf umliegende Präfekturen ausweichen.

So seien in der Präfektur Niigata weitere Hotels reserviert worden, um Flüchtlinge aufzunehmen. Allein in der Stadt Niigata stünden dafür nun zusätzliche 17 Hotels zur Verfügung. In den Präfekturen Yamagata und Tochigi seien nun Experten damit beschäftigt, Menschen aus Fukushima auf Radioaktivität zu überprüfen und medizinisch zu versorgen.

Die Lage in den Notlagern weiter im Erdbebengebiet im Nordosten wird ebenfalls immer angespannter. In einer Grundschule in der Stadt Sendai entfachten die dort untergebrachten Menschen am Donnerstag im Morgengrauen mit Holzscheiten Feuer unter Fässern, um heißes Wasser zuzubereiten. Die Fensterscheiben waren im Inneren des Gebäudes vereist. Die Menschen versuchen sich mit Decken warm zu halten.

“Die Gasvorräte gehen zu Ende“, sagte ein Reporter des japanischen Fernsehens. An den Wassertanks bildeten sich Schlangen geduldig wartender Menschen. Mancherorts hat es geschneit. Auch Benzin an den wenigen noch geöffneten Tankstellen geht aus.

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