Ägypten

Blutbad und 22 Tote vor christlicher Kirche nach Selbstmordanschlag

Foto: dpa / dpa/DPA

Ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug explodierte vor einer Kirche in Alexandria, als die Gläubigen gerade aus dem Gotteshaus kamen.

Kairo. Bei einem Anschlag auf eine Christengemeinde in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria in der Neujahrsnacht sind 22 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch der Selbstmordattentäter. Das teilte das Innenministerium in Kairo mit. Der Extremist habe sich in dem vor der St. Markus- und Petri-Kirche im Stadtteil Sidi Bischr geparkten Fahrzeug selbst in die Luft gesprengt.

Mindestens 21 Gläubige wurden durch die Explosion getötet, 43 weitere Menschen verletzt. Das gab das Gesundheitsministerium in den Morgenstunden bekannt. Der Anschlag erfolgte eine halbe Stunde nach Mitternacht, als die koptischen Christen aus der eben beendeten Neujahrsmesse strömten.

Zunächst hatten Augenzeugen und Sicherheitskräfte von einer ferngezündeten Bombe berichtet, die in dem Fahrzeug versteckt war.n Das Innenministerium beschuldigte außerdem "ausländische Elemente“ als Drahtzieher und Ausführende der Terrortat. Nähere Erläuterungen erfolgten dazu aber nicht.

Lesen Sie dazu auch:

Nach Anschlag: Kopten in Deutschland fürchten um ihre Sicherheit

Nach dem Anschlag auf eine koptische Kirche im ägyptischen Alexandria fürchten auch die koptischen Christen in Deutschland verstärkt um ihre Sicherheit. Bereits in der Weihnachtszeit habe es vermehrt Terrordrohungen gegen die koptische Gemeinde in Deutschland gegeben, sagte Anba Damian, Bischof der Kopten in Deutschland, der „Bild“-Zeitung (Montagausgabe).

„Das Internet ist voll mit diesen Drohungen gegen uns“, berichtete der Bischof. „Die Kriminalpolizei hat uns mehrfach vor Überfällen durch radikale Muslime auf unsere Christmette gewarnt.“ Er habe daher an das Bundesinnenministerium geschrieben und um Schutz gebeten.

Der Bischof kritisierte, dass in Ägypten nicht hart genug gegen anti-christliche Terroristen vorgegangen werde. „Es ist nicht das erste Mal, das so etwas passiert.“ Am 6. Januar 2010 seien nach einer Messe sechs koptische Jugendliche in Ägypten erschossen worden. Die Täter seien bis heute nicht verurteilt, beklagte der Geistliche. „Koptische Christen werden getötet wie Hühner – und niemand kümmert sich.“ Bei dem Anschlag auf eine koptische Kirche in der Silvesternacht in Alexandria wurden mindestens 21 Menschen getötet.