Weihnachten 2010

Papst spricht Segen „Urbi et Orbi" und ruft zu Frieden auf

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Benedikt XVI. erteilte in Rom den traditionellen Segen und rief zur Solidarität mit verfolgten Christen und zu dauerhaftem Frieden auf.

Vatikanstadt. In seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft hat Papst Benedikt XVI. an die Krisenherde der Welt erinnert und den Betroffenen Kraft und Hoffnung durch die Verkündung der Geburt Jesu gewünscht. Die frohe Botschaft solle nicht nur den Christen im Irak Kraft schenken, sondern auch den Betroffenen des Erdbebens und der Cholera in Haiti, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche am Samstag in Rom. Im Anschluss erteilte der Papst den Segen Urbi et Orbi (der Stadt und dem Erdkreis).

Das Licht von Weihnachten solle „Israelis und Palästinenser bei der Suche nach einem gerechten und friedlichen Zusammenleben“ leiten, sagte der Papst am Weihnachtstag. In seiner Ansprache ging er auch auf die Krisenherde Somalia, Elfenbeinküste und Darfur ein. Er hoffe, dass die Geburt Jesu den Menschen dort „Perspektiven eines beständigen Friedens und eines echten Fortschritts“ eröffne, sagte Benedikt. Er erinnerte auch an die Betroffenen der jüngsten Naturkatastrophen in Ländern wie Venezuela und Kolumbien. Er hoffe, dass die Geburt Jesu, die an Weihnachten gefeiert wird, „Sicherheit und Achtung der Menschenrechte in Afghanistan und Pakistan“ fördere und eine „Versöhnung auf der Halbinsel Korea“ bewirke.

Nach der Erteilung des Segens wünschte Papst Benedikt XVI. den Zehntausenden Gläubigen, die sich auf dem Petersplatz versammelt hatten, in zahlreichen Sprachen ein frohes Weihnachtsfest, darunter auch in seiner Muttersprache Deutsch.

Inmitten der großen Sicherheitsbedenken nach den Paketbombenanschlägen auf zwei Botschaften in Rom hatte der Papst am Freitag die traditionelle Christmette gefeiert. In seiner Predigt im Petersdom erinnerte Benedikt an die Geburt Jesu Christi und betete, dass die Gläubigen Christus ähnlicher würden.

Umgeben von Leibwächtern schritt der Papst zu Beginn und am Ende der Messe durch den Mittelgang des Petersdoms und hielt mehrmals an, um ihm entgegen gestreckte Babys zu segnen.

Die Christmette ging in diesem Jahr ohne Zwischenfälle zu Ende. 2008 und 2009 war der Papst während seines Einzugs in den Petersdom von einer psychisch kranken Frau angegriffen worden. Er blieb aber beide Male unverletzt. Vor dem Hintergrund der Bombenanschläge auf die Schweizer und die chilenische Botschaft am Donnerstag in Rom waren die Sicherheitsvorkehrungen für die diesjährige Christmette erhöht worden.