Tödlicher Banküberfall in Karlsruhe

Bestätigt: Getötete Bankräuber waren die "Gentleman-Räuber"

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Bei den in Karlsruhe von der Polizei erschossenen Bankräubern handelt es sich um die seit Jahren gesuchten "Gentleman-Räuber".

Karlsruhe. Bei den in Karlsruhe getöteten Bankräubern handelt es sich tatsächlich um die seit mehreren Jahren gesuchten „Gentleman-Räuber“. Das ist das Ergebnis einer am Dienstag von der Staatsanwaltschaft und dem Polizeipräsidium Karlsruhe vorgestellten DNS-Analyse. Wie die Karlsruher Polizeipräsidentin Hildegard Gerecke sagte, ist damit eine seit 1995 andauernde Serie von mindestens 21 bewaffneten Banküberfällen mit einer Gesamtbeute von mehr als zwei Millionen Euro zu Ende.

Über den Verbleib des bei den vergangenen Überfällen erbeuteten Bargeldes gebe es allerdings bislang keine konkreten Erkenntnisse, fügte Kriminaloberrat Hubert Wörner hinzu. Zudem fahndet die Polizei weiterhin nach einem dritten Täter, der bis zum Jahr 2002 an mehreren Überfällen beteiligt gewesen sein soll. Auf die Mitwirkung eines dritten Täters bei dem Überfall am vergangenen Freitag gebe es allerdings noch keine Hinweise, sagte Wörner.

Laut dem Obduktionsbericht beider Täter wurde die 38-jährige Bankräuberin von mehreren Schüssen getroffen, bevor sie sich selbst mit einem Kopfschuss das Leben nahm. Auch ihr 40-jähriger Ehemann wurde von mehren Kugeln getroffen, bevor er durch einen Schuss in die Brust getötet wurde.

Nach dem Ergebnis der Spurensicherung wurden von den aus Tschechien stammenden Tätern mindestens zehn Schüsse abgegeben, die meisten aus der Schusswaffe des Mannes. Zudem hatte der 40-Jährige den Angaben zufolge noch zwei volle Magazine mit insgesamt 28 Schüssen bei sich. Gerecke zufolge hatten Zeugenbefragungen ergeben, dass die Täter zuerst das Feuer eröffneten. Wie viele Schüsse die Beamten abfeuerten, ist jedoch weiter unklar.

Kriminaloberrat Wörner sagte, dass das Räuberpaar zwei Tage vor der Tat in einem Hotel in Pforzheim abgestiegen war. In diesem Hotel waren sie bereits einmal im Juli dieses Jahres gewesen, wo auch ein Überfall bei einer Sparkasse stattfand. Wörner zufolge war das verheiratete Paar weder in Deutschland noch in Tschechien polizeilich in Erscheinung getreten. Beide lebten in Tschechien völlig unauffällig und bürgerlich.

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