Verkehrsstatistik

Mehr Sachschäden aber weniger Tote

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Die Zahl der Verkehrstoten im letzten Halbjahr ist auf einem historischen Tief. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Unfälle mit Sachschäden erhöht.

Wiesbaden. Deutschlands Straßen werden immer sicherer: Im ersten Halbjahr dieses Jahres nahm die Zahl der Verkehrstoten gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 15 Prozent ab, wie das Statistische Bundesamt am Donnerstag mitteilte. Demnach kamen von Januar bis Ende Juni im Straßenverkehr insgesamt 1.675 Menschen ums Leben. Wenn die Entwicklung der ersten sechs Monate anhält, ist laut Statistikamt zu erwarten, dass in diesem Jahr die Zahl der Todesopfer im Straßenverkehr erstmals unter 4.000 liegen wird. Bei den Verkehrsteilnehmern, die bei Verkehrsunfällen schwer oder leicht verletzt wurden, gab es im ersten Halbjahr 2010 gegenüber dem Vorjahr ebenfalls eine deutliche Abnahme, und zwar um 9,1 Prozent auf rund 168.100 Personen.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zeigte sich mit den aktuellen Ergebnissen zufrieden. Die Zahl der im Verkehr getöteten Menschen nehme trotz eines viel höheren Verkehrsaufkommens ab, sagte der CSU-Politiker. Die bessere Fahrzeugsicherheit habe ebenso dazu beigetragen wie die strengeren Sicherheitsvorschriften – von Gurtpflicht und Kindersicherung bis zur Straßenverkehrsordnung, fügte Ramsauer hinzu. Der Führerschein mit 17 kann dem Minister zufolge zusätzlich für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen: „Mit der Einführung des Führerscheins mit 17 werden wir die Zahl der Unfälle bei Führerscheinneulingen weiter senken“, zeigte sich der Minister überzeugt. Der Modellversuch habe gezeigt, dass die Begleitung durch eine erfahrene Person die Fahranfänger vor Unfällen bewahre.

Während die Zahl der Verkehrstoten stetig abnimmt, stieg allerdings in den ersten sechs Monaten dieses Jahres die Zahl der Unfälle gegenüber dem ersten Halbjahr 2009. Der Anteil der polizeilich erfassten Straßenverkehrsunfälle erhöhte sich demnach um 2,4 Prozent auf rund 1,1 Millionen. Diese Zunahme sei auf die Unfälle mit Sachschaden zurückzuführen, die um 4,2 Prozent auf 1,0 Millionen gestiegen sei.

In fast allen Bundesländern starben von Januar bis Juni weniger Menschen bei Straßenverkehrsunfällen als im ersten Halbjahr 2009. Prozentual am höchsten war die Abnahme in Schleswig-Holstein (minus 44 Prozent), in Mecklenburg-Vorpommern (minus 29 Prozent) und in Hamburg (minus 25 Prozent). Nur in Bremen blieb die Zahl der Unfalltoten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2009 unverändert.