Silvesterläufe

Jeptoo und Bekele siegen bei Silvesterlauf in São Paulo

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Die ostafrikanischen Läufer-Stars triumphieren bei Silvesterläufen. Jeptoo aus Kenia stellte neuen Streckenrekord in São Paulo auf

São Paulo/Madrid/Bozen/Trier. Die Marathon-Vizeweltmeisterin Priscah Jeptoo aus Kenia überragte in São Paulo und gewann den Lauf mit einer Bestzeit. Den alten Streckenrekord der Frauen unterbot sie dabei um 1:31 Minuten. Aber auch andere Langstrecken-Läufer aus Ostafrika dominierten die traditionellen Silvesterläufe. Edwin Soi triumphierte zum vierten Mal in Bozen, die äthiopischen Läufer gewannen dreifach in Trier.

Die 27-Jährige Priscah Jeptoo benötigte bei der 87. Auflage der Mutter aller Silvesterläufe im strömenden Regen für 15 km 48:48 Minuten und setzte sich damit vor der Äthiopierin Wude Ayalew (48:52) und Eunice Kirwa (Kenia/50:52) durch. Den bisherigen Streckenrekord hatte Jeptoos Landsfrau Alice Jemeli Timbilili mit 50:19 Minuten im Vorjahr erzielt. Den Weltrekord von Tirunesh Dibaba (Äthiopien/46:28) konnte Jeptoo indes nicht gefährden.

Die Männer-Konkurrenz der traditionellen „Corrida“ gewann zum ersten Mal Tariku Bekele aus Äthiopien. Der kleine Bruder von Wunderläufer Kenenisa Bekele setzte sich in 43:35 Minuten durch und verpasste damit den 16 Jahre alten Streckenrekord des Kenianers Paul Tergat um 23 Sekunden. Dessen Landsleute Mark Korir und Mathew Kisorio belegten die Plätze zwei und drei. Für den einheimischen Vorjahressieger Marilson dos Santos reichte es dieses Mal nur zu Rang acht.

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Bei der 37. Auflage des Bozener Silvesterlaufes gab Soi gleich zwei Weltmeistern das Nachsehen. Der Olympiadritte über 5000 m lag nach 10 km und 28:16 Minuten knapp vor seinem kenianischen Landsmann Wilson Kiprop (28:17) und dem Äthiopier Imane Merga (28:57). Soi, der bereits von 2007 bis 2009 beim „BOclassic“ triumphiert hatte, blieb 13 Sekunden über dem 20 Jahre alten Streckenrekord von Philemon Hanneck (Simbabwe).

Bei den Frauen wiederholte Doppel-Weltmeisterin Vivian Cheruiyot über 5 km ihren Vorjahreserfolg, verfehlte in 16:03 Minuten den Streckenrekord der Berliner Kathrin Ullrich aus dem Jahr 1991 (15:35) deutlich.

Doppel-Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba feierte unterdessen bei Europas größter Laufveranstaltung in Madrid ein starkes Comeback nach längerer Verletzungspause. Die Äthiopierin gewann über 10 km in 31:30 Minuten vor ihrer zeitgleichen Landsfrau Gelete Burka. Bei den Männern lag ebenfalls ein Äthiopier vor, der erst 17 Jahre alte Hagos Gebrehiwot (27:57). In Spaniens Hauptstadt waren insgesamt 38.000 Läufer und Läuferinnen am Start.

Deutschlands bestbesetzten Silvesterlauf in Trier gewann Mosinet Girmet nach acht Runden auf dem ein Kilometer langen Kurs in 22:36,2 Minuten vor seinen Landsleuten Tola Bane (22:38,6) und Yigrem Demelash (22:38,8). Bester Deutscher war auf Rang fünf der deutsche 5000-m-Meister Arne Gabius aus Tübingen (22:45,3). Den letzten deutschen Sieg in Trier hatte es vor 15 Jahren durch den damaligen 10.000-m-Meister Thorsten Naumann gegeben.

Bei den Frauen war in Abwesenheit der Vorjahressiegerin und 35-maligen deutschen Meisterin Sabrina Mockenhaupt (LG Sieg) Almensh Belete Schnellste und machte damit den totalen Triumph der äthiopischen Starter perfekt. In 15:55,3 Minuten über die Distanz von fünf Runden siegte sie deutlich vor Corinna Harrer (Rege/16:04,0) und Diana Sujew (Potsdam/16:07,8).

Mockenhaupt (LG Sieg) ging beim 30. Silvesterlauf von Werl nach Soest über 15 Kilometer an den Start und siegte mit 53:33 Minuten über 15 km. Bei den Männern gewann Dominik Fabianowski (Troisdorf/47:47).

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Die deutsche Marathon-Rekordlerin Irina Mikitenko (Gelnhausen) wurde beim Lauf in Peuerbach/Österreich in 16:31 Minuten über 5 km gute Dritte hinter den Äthiopierinnen Asmare Work Bekele und Fikre Kifle-Alem (beide 16:24). 10-km-Weltrekordler Leonard Komon (Kenia) siegte bei den Männern souverän über 6,8 km (18:51), der deutsche Hindernis-Meister Steffen Uliczka (Kronshagen) landete auf Platz sechs (19:41), Jan Fitschen (Wattenscheid) wurde Neunter (19:58).

Den 31. Silvesterlauf in Bietigheim über 11,1 km gewann Julian Flügel (Regensburg/33:32). Das Frauen-Rennen ging an die Äthiopierin Fate Tola (37:28) vor Simret Restle (Kassel/38:08) und Susanne Hahn (Saarbrücken/38:22).

Christoph Leuchtenberg