Bericht

Wie zwei Abendblatt-Reporterinnen den Tsunami auf Hawaii erlebten

Als das schwere Erdbeben Chile am Sonnabend erschütterte, war auch die Situation auf Hawaii äußerst angespannt, denn Riesenwellen bedrohten die Küsten der Inselgruppe.

Tatsächlich erreichten mehrere bis zu zwei Meter hohe Flutwellen 16 Stunden nach dem Beben die Strände. Über Schäden oder Verletzte wurde aber nichts bekannt.

Die Abendblatt-Reporterinnen Maike Schiller und Sophie Laufer, die derzeit Urlaub auf Hawaii machen, berichten von ihren Eindrücken. Maike Schiller, die sich auf der Insel Kauai aufhält, sagt, dass Sirenen vor den Tsunamiwellen gewarnt haben. In der Nacht wurde sie vom Hotelpersonal geweckt und über die mögliche Gefahr informiert. Das Wasser zog sich zunächst zurück, so wie es für einen Tsunami typisch sei. Das Wetter sei zwar sehr schön gewesen, aber die Situation unheimlich. Viele Touristen und Einheimische hätten in Bars und Cafés am Fernsehen das Naturereignis verfolgt. Die Tsunamiwarnung wurde insgesamt mit Ruhe und Gelassenheit aufgenommen. Einwohner berichteten, dass die Wale vor der Küste der Insel verschwunden seien. Noch vor wenigen Tagen habe es reichlich Delfine und Wale gegeben. Gegen ein Uhr MEZ wurde auf Kauai die Tsunamiwarnung aufgehoben. "Das war eine sehr gute Übung", sagte ein Polizeioffizier vor Ort der Abendblatt-Reporterin.

Auch Abendblatt-Reporterin Sophie Laufer hat von einer gespannten Ruhe vor dem Eintreffen der Tsunamiwellen berichtet. Alle Straßen in tiefer gelegenen Bereichen - Strand- und Küstennähe - seien von der Polizei gesperrt gewesen. Nach Angaben von Laufer, die sich auf der Insel Big Island aufhält, waren seit dem frühen Sonnabendmorgen gefährdete Gebiete evakuiert worden. "Die Sirenen heulen in bestimmten Abständen und warnen die Menschen", sagte sie. "Strände wurden gesperrt und viele in Strandnähe gelegene Golfplätze geschlossen." Vor allem Surfer hielten sich hier auch nachts an den Stränden auf. "Zudem bildeten sich an den Tankstellen lange Schlangen, weil die Leute in höher gelegene Gebiete der Inselgruppen fliehen wollten", beschreibt sie die Situation vor Ort. Ferner seien viele Menschen in Supermärkte gefahren, um sich dort mit Wasser, Lebensmitteln, Batterien und anderen lebensnotwendigen Dingen einzudecken. Der unweit des Hotels gelegene Supermarkt habe bereits seit 5.30 Uhr geöffnet, um den Menschen das Einkaufen zu ermöglichen.