Ermittlungen

Facebook-Gruppe verhöhnt Kinder mit Down-Syndrom

Rom. Eine gegen Kinder mit dem Downsyndrom gerichtete Gruppe im Internet-Sozialnetzwerk Facebook hat in Italien einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Polizei leitete Ermittlungen gegen die Gründer der Gruppe ein. Diese sind aber noch nicht bekannt. Bis gestern wurden 1700 Mitglieder gezählt.

Auf der Seite steht über dem Foto von einem Baby, das an der angeborenen Trisomie 21 leidet, der Schriftzug "Idiot". Dazu heißt es, eine "leichte und amüsante Lösung", um "diese (...) Kreaturen" loszuwerden, sei ihre Verwendung als "Zielscheibe in Schießzentren". Gleichstellungsministerin Mara Carfagna kündigte rechtliche Schritte gegen die Verantwortlichen an. Sie sprach von einem "würdelosen Akt", der "inakzeptabel und gefährlich" sei.

Auch die Vorsitzende einer Selbsthilfegruppe für Eltern mit Down-Syndrom-Kindern verurteilte die Gruppe. "Die Ignoranz der Menschen kennt keine Grenzen", sagte Manuela Colombo der italienischen Nachrichtenagentur Ansa. Auf Facebook bildeten sich binnen kürzester Zeit Gegengruppen, von denen eine bereits mehr als 17 000 Mitglieder zählt.

Die italienische Polizei erreichte noch gestern, dass die Gruppenseite abgeschaltet wurde. Obwohl das Facebook-Netzwerk, das seinen Sitz in Kalifornien hat, dafür bekannt ist, eher langsam zu reagieren, handelten die Verantwortlichen sehr schnell. In Italien kommt eins von 1200 Babys mit Down-Syndrom auf die Welt, etwa 38 000 Menschen leben derzeit damit in Italien - eine der häufigsten genetisch bedingten Behinderungen.