Kommentar: Neues Museum wiedereröffnet

Das zweite Wunder von Berlin

Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, hat sich nicht gescheut, die heutige Wiedereinweihung des kriegszerstörten Neuen Museums im Zentrum Berlins als historische Zäsur zu bezeichnen.

Tatsächlich ist das Ereignis, das heute im Beisein der Bundeskanzlerin festlich begangen wird, mehr als nur eine Museumseröffnung. Gefeiert wird nicht nur die gelungene Rekonstruktion und Neugestaltung eines bemerkenswerten Bauwerks durch den britischen Star-Architekten David Chipperfield.

Es geht vielmehr darum, dass die weltberühmte Berliner Museumsinsel nach 70 Jahren endlich wieder komplett ist.

Die fünf großen Museen im Herzen der deutschen Hauptstadt stehen für den Geist der Aufklärung. Die wiedervereinigten Berliner Sammlungen laden dazu ein, einzigartige Schätze der Weltkultur zu entdecken. Die Voraussetzung dafür bildete freilich eine andere historische Zäsur: der Sturz der SED-Diktatur vor 20 Jahren.