Sowjetische Top-Spionin gestorben

Sie bespitzelte auch Hollywood-Größen

Sie bespitzelte US-Schauspieler wie Charlie Chaplin und Douglas Fairbanks. Die sowjetische Top-Agentin Jelisaweta Mukassej ist gestorben.

Moskau. Sie dürfte zusammen mit ihrem Ehegatten Michail eines der erfolgreichsten Spionagepaare gewesen sein: Die Top-Spionin des füheren sowjetischen Geheimdienstes KGB, Jelisaweta Mukassej, sei jetzt im Alter von 97 Jahren in Moskau gestorben, teilte der russische Auslandsgeheimdienst SWR am Montag mit. Mukassej (Deckname „Elsa“) hatte mit ihrem Mann Michail („Zephir“) zwischen 1939 und 1977 aus Westeuropa und den USA wichtige Informationen nach Moskau geliefert. Das Duo arbeitete in erster Linie mit verschlüsselten Funksprüchen. Die beiden "Kundschafter des Friedens", wie die Sowjetpropaganda ihre Spione bezeichnete, wurde allerdings nie gefasst. Erst nach der Rückkehr des Paares nach Moskau wurde seine Spionagetätigkeit bekannt. Der Staat ehrte die beiden mit mit hohen Auszeichnungen. Michail Mukassej war im vergangenen Jahr im Alter von 101 Jahren gestorben.

Unter der Tarnung als Mitarbeiter des sowjetischen Konsulats in Los Angeles schöpfte das Ehepaar von 1939 an auch Hollywood-Stars ab. Charlie Chaplin, Douglas Fairbanks und Mary Pickford, die ihrerseits engen Kontakt zu US-Politikern hatten, waren bei den Mukassejs oft zu Gast und plauderten manche Interna aus – die prompt nach Moskau weitergeliefert wurden. Zurück in der UdSSR lernte die am 29. März 1912 in Ufa am Ural geborene Mukassej mehrere Fremdsprachen und wurde auch auf deutsche Geheimnisträger angesetzt. Ihr Mann betreute in dieser Zeit ein ausgedehntes sowjetisches Agentennetz von England bis Japan.

„Sie riskierten oft ihr Leben“, heißt es im Nachruf des SWR. Erst durch das 2006 erschienene Buch „Zephir und Elsa“ über das Agentenduo wurden Einzelheiten über das Privatleben der Beiden bekannt. So erfuhr die Öffentlichkeit, dass Jelisaweta Mukassej eigentlich Biologie studiert und ihr Mann einst in Leningrad, dem heutigen St. Petersburg, eine Lehre zum Schmied absolviert hatte. Zudem seien sie während ihrer gesamten Spionagetätigkeit von ihren beiden Kindern begleitet worden, die heute in der russischen Filmbranche tätig seien. Nach dem Tod ihres Mannes im August 2008 verschlechterte sich der Zustand von Jelisaweta Mukassej zunehmend. Von einem Herzinfarkt Anfang September erholte sie sich nicht mehr.