Niger, Amazonas, Jangtse - und die Männer, die sie erforschten

Auch andere große Ströme machten ihre Entdecker unsterblich. Den Niger erreichte der Wundarzt Mungo Park 1795 über den Oberlauf des Senegal. Trotz ernster Warnungen vor fanatischen Moslems, die dort alle Europäer mit dem Tod bedrohten, folgte der Schotte dem Strom bis zur Mündung. Auf einer zweiten Reise, diesmal mit 30 Marine-Infanteristen, geriet er in einen Kampf mit Einheimischen und ertrank.

Den Amazonas befuhr als erster Europäer der Spanier Francesco de Orellana im Jahr 1541 von den Quellen in den Anden bis zur Mündung in den Atlantik. Er erreichte sein Ziel unter großen Verlusten, viele seiner Männer starben unterwegs an Hunger und Entkräftung.

Das Quellgebiet des Jangtse erforschte 1935 der SS-Untersturmführer Ernst Schäfer und meldete martialisch: "Dort erlegte ich zahlreiche Yetis, und zwar in Gestalt zahlreicher Tibetbären. In verblüffender Menschengestalt attackierten sie uns, führten laut brüllend Scheinangriffe aus und stellten sich auf die Hinterpranken, um uns, wild schnaubend wie zottige Riesen, aus ihrem Reich zu vertreiben."

Die erste Expedition zu den Quellen des Missouri führten zwei Captains der US-Army, Meriwether Lewis und William Clark, in den Jahren 1804 bis 1806. Sie brachen in St. Louis auf, überquerten unter großen Entbehrungen die Rocky Mountains und erreichten am Columbia River den Pazifik.

Ins Quellgebiet des Orinoko drang um 1800 unter unsäglichen Strapazen der geniale deutsche Multi-Forscher Alexander von Humboldt vor. Er fand dort den einzigen Fluß der Welt, der in zwei Ströme mündet: den Rio Casiquiare, der seine Wasser nach Norden in den Orinoko und nach Süden in den Rio Negro entläßt.

( ny )