Die Vier großen Organisationen der italienischen Mafia

Die Mafia hat sich wahrscheinlich als Geheimbund entwickelt, der von sizilianischen Großgrundbesitzern mit dem Schutz der Landsitze betraut wurde. Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm er die Herrschaft über Sizilien. So entstand die Camorra, die erste der vier großen Mafia-Organisationen. Der Mafioso galt als Ehrenmann, der Gerechtigkeit wiederherstellte. Die Camorra zahlt sogar lebenslange Rente an die Angehörigen bei Tod oder Verhaftung.

Für die auf Zigaretten- und Drogenschmuggel spezialisierte Camorra arbeiten schätzungsweise 3000 Killer und 20 000 als Geschäftsleute getarnte Geldeintreiber. Mit etwa 400 Millionen Euro Jahresumsatz zählt sie zu den größten Unternehmen Süditaliens.

Die sizilianische Cosa Nostra (Unsere Sache) entstand aus Banden, die im 19. Jahrhundert gegen reiche Großgrundbesitzer revoltierten, und hat große Ableger in den USA.

Die kalabrische 'Ndrangheta war lange Zeit auf Kidnapping und Erpressung spezialisiert, ist aber auch groß im Drogengeschäft. Die Clans der Organisation werden auch Cosche genannt - der sizilianische Ausdruck für Artischocke, ein Symbol für den Zusammenhalt, der bei 'Ndrangheta weitaus größer ist als bei den anderen Mafia-Organisationen und stärker auf Blutsverwandtschaft beruht. Nach Angaben der italienischen Polizei und des Bundeskriminalamts (BKA) verlegten viele 'Ndrangheta-Banden in den vergangenen zehn Jahren ihr Zentrum nach Deutschland.

Die jüngste Mafia-Gruppierung ist die apulische Sacra Corona Unita (Vereinigte Heilige Krone). Sie ist auf Schmuggel, heute insbesondere von Menschen, spezialisiert.