Lokführer trifft ersten Ermittlungen zu Folge keine Schuld

Zugunglück bei Berlin: 24 Verletzte

Am späten Donnerstagabend ist ein mit Flüssiggas beladener Güterzug mit einem Regionalzug zusammen gestoßen. Dabei wurden 24 Menschen verletzt, darunter fünf schwer. Die Behälter mit dem Gas blieben glücklicherweise heil, laut Angaben der Feuerwehr bestand keine Gefahr einer Explosion.

Am späten Donnerstagabend ist ein mit Flüssiggas beladener Güterzug mit einem Regionalzug zusammen gestoßen. Dabei wurden 24 Menschen verletzt, darunter fünf schwer. Die Behälter mit dem Gas blieben glücklicherweise heil, laut Angaben der Feuerwehr bestand keine Gefahr einer Explosion. Nach ersten Ermittlungen hat der Lokführer des Regionalzuges keine Schuld an dem Unglück. Erst einige Tage vorher, am Mittwochabend, war in Schwedt ein Güterzug entgleist. Dabei liefen 80 000 Liter Benzin aus.

Kurz nach 22.00 Uhr fuhr der Regionalzug aus Nordbrandenburg im Berliner Bahnhof Karow auf den langsam fahrenden Güterzug auf. Bei der Kollision entgleisten die beiden ersten Wagen des Regionalzugs. Der Lokführer wurde im Führerhaus eingeklemmt und musste von der Feuerwehr durch die Frontscheibe befreit werden. Er wurde schwer am Kopf und Oberkörper verletzt. Die Aufräumarbeiten sollten bis Samstagmorgen dauern. Erst dann können die Züge wieder normal fahren.

Der Sprecher des Eisenbahnbundesamts, Ralph Fischer, sagte der ARD-"Tagesschau": "Wir schließen Mängel am Fahrzeug und Fehler des Lokführers nach derzeitigem Stand der Ermittlungen aus." Der Zug habe ein grünes Signal gehabt. "Unsere Ermittlungen konzentrieren sich jetzt auf die Bereiche Stellwerktechnik und Signaltechnik."

In dem Regionalzug waren 22 Reisende und Bahn-Personal. Keiner der Verletzten habe in Lebensgefahr geschwebt, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die meisten hatten Schleuder-Traumata, einige auch Schnittverletzungen. Sie wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht.

Der Güterzug mit 24 Kesselwagen transportierte leicht entzündbares Flüssiggas. Bei dem Unfall seien die Gasbehälter nicht beschädigt worden, sagten Sprecher von Bahn und Bundespolizei. Feuerwehrsprecher Wolfgang Rowenhagen erklärte, es sei "sehr unwahrscheinlich", dass die Kesselwagen explodieren könnten. "Die Wagen entsprechen den modernen Sicherheitsstandards und halten sehr hohen Druck aus."

Der Intercity Berlin-Stralsund wurde am Freitag über Neubrandenburg umgeleitet. Fahrgäste im Regionalexpress Berlin- Stralsund mussten zwischen den Bahnhöfen Berlin-Gesundbrunnen und Bernau (Barnim) in die S-Bahn umsteigen.