In der Nacht sind auf dem 1.142 Meter hohen Brocken fünf Zentimeter Schnee gefallen. Eigentlich sind die Eisheiligen erst später im Mai.

Hamburg. Als Eisheilige werden die fünf Heiligen bezeichnet, deren Namenstage die katholische Kirche zwischen dem 11. und 15. Mai feiert. Der Name "Eisheilige" rührt daher, dass häufig Mitte Mai eine Wetterperiode einsetzt, die als kritisch für die Landwirtschaft gilt. An diesen Tagen droht der letzte Frost vor dem Sommer und damit eine große Gefahr für die Ernte.

In diesem Jahr sind die Eisheilige nun früher dran als normal. Ein Kälteeinbruch hat in Mitteldeutschland in der Nacht zum Dienstag noch einmal den Winter zurückgebracht. In zahlreichen Regionen in Sachsen schneite es, bis in die Niederungen fiel Schneeregen, wie der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Leipzig mitteilte. In Zinnwald wurden zwei Zentimeter Schnee gemessen. Auf dem Fichtelberg fielen sogar vier Zentimeter Schnee. "Oberhalb von 800 Metern sieht es winterlich aus", erlärte ein DWD-Sprecher.

Den Angaben zufolge bleibt der Schnee jedoch nur kurze Zeit liegen. "Das Tief zieht am Dienstagnachmittag nach Südosten ab, dann ist nur noch die Oberlausitz betroffen", sagte der Meteorologe. Deshalb kletterten die Temperaturen auch in höheren Lagen wieder über null Grad. Der DWD warnte zugleich vor Glätte auf den Straßen im Osterzgebirge und in der Oberlausitz. Mittwochfrüh sei dort mit überfrierender Nässe zu rechnen.

Oberhalb von 800 Metern gab es auch im Thüringer Wald und dem Harz mancherorts eine zusammenhängende Schneedecke von bis zu vier Zentimetern. Die Temperaturen sanken in den Bergen unter den Gefrierpunkt, im Flachland hingegen blieb das Thermometer oberhalb der Null-Grad-Grenze.

Der DWD-Meteorologe betonte, der Kälteeinbruch sei "völlig normal" für Anfang Mai. Das seien jetzt die vorgezogenen Eisheiligen, die sonst um den 11. Mai herum erwartet werden. In den nächsten Tagen werde es aber schrittweise wieder wärmer werden, spätestens am Wochenende sei der Frühling mit Sonne und warmen Temperaturen zurück.