Tornados in Ostdeutschland

Aufräumen nach dem Sturm - Trauer um totes Mädchen

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Stürme in Ostdeutschland hinterließen eine "Schneise der Verwüstung". Ein sechsjähriges Mädchen kam ums Leben. Die Aufräumarbeiten dauern an.

Großenhain/Mühlberg. Der Tornado vom Pfingstmontag hat in Sachsen erhebliche Verwüstungen hinterlassen und ein Todesopfer gefordert. In Großenhain (Landkreis Meißen) starb ein sechsjähriges Mädchen. Sie hatte in einem Auto gesessen, auf das ein Baum fiel. Nach Angaben der Behörden wurden allein in Großenhain knapp 40 Menschen durch die Naturgewalten verletzt. Das genaue Ausmaß der Schäden war am Dienstag noch nicht bekannt. Bereits in der Nacht hatte das große Aufräumen nach dem Wirbelsturm begonnen. Nach einer Schätzung des Deutschen Wetterdienstes wütete der Tornado auf einer Strecke von 80 bis 100 Kilometern. „Das wäre eine der längsten Tornadospuren, die es je in Deutschland gab“, hieß es.

Großenhains Oberbürgermeister Burkhard Müller (CDU) bilanzierte am Dienstag eine „Schneise der Verwüstung“ in seiner Stadt. Es werde Tage und Wochen dauern, bis alle Schäden beseitigt sind. Müller hatte am Mittag kurzfristig eine Pressekonferenz anberaumt, zu der auch Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) kam. Der Landkreis Meißen stellte für Großenhain eine Soforthilfe in Höhe von 250 000 Euro bereit. In einigen Ortsteilen fehlte am Vormittag noch der Strom. Die Schulen blieben geschlossen. Die Gebäude sollen zunächst auf ihre Sicherheit überprüft werden.

Unterdessen zeigte das Aufräumen erste Ergebnisse. Ein Großteil der Straßen in Großenhain war am Tag nach dem Tornado wieder befahrbar, wenn auch eingeschränkt. Auf der Bahnstrecke zwischen Dresden und Königsbrück konnte die Regionalbahn wieder durchgängig verkehren. Auch bei der Bahn war Großenhain ein Schwerpunkt. „An der Beseitigung der Unwetterschäden wird mit Hochdruck gearbeitet“, teilte die Bahn mit. In Großenhain seien Oberleitungen großflächig in Mitleidenschaft gezogen. An den Stellwerken in Großenhain und Ottendorf-Okrilla wurden die Dächer abgedeckt. Zwischen Radeberg und Kamenz musste Windbruch aus den Gleisen geräumt werden. Mehrere Straßen im Umfeld von Großenhain, Torgau (Landkreis Nordsachsen) und Radeburg bei Dresden waren wegen umgestürzter Bäume zunächst nicht befahrbar.

Durchschnittlich kommt es in Deutschland zu 20 bis 60 Tornados im Jahr.

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