Hamburger Amateurfußball

Warum ein Regionalligaspieler nach Tirol wechselt

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Marco Schultz (28) wechselt von Regionalligaclub Altona 93 zum österreichischen Drittligisten SC Imst.

Marco Schultz (28) wechselt von Regionalligaclub Altona 93 zum österreichischen Drittligisten SC Imst.

Foto: HA

Altonas Kapitän Marco Schultz will sich in Österreichs dritter Fußballliga beweisen. Angst vor Corona hat er keine.

Hamburg. Am Anfang stand ein Urlaub. Im vergangenen Sommer fuhr Marco Schultz (28), Mannschaftskapitän von Altona 93, mit seiner Freundin nach Imst in Tirol. „Ohne jeden Hintergedanken“, beteuert Schultz. „Den SC Imst, über den ich mich dort mit einigen Leuten unterhielt, fand ich einfach nur sympathisch.“ Nun, ein Jahr später, wechselt Schultz zum Drittligisten nach Österreich. „Ich habe den Club auf Facebook verfolgt. So entstand Kontakt zu Clubmanager Martin Schneehuber. Meine Freundin musste ich ein wenig überreden“, sagt Schultz lächelnd. „Nun freuen wir uns beide auf dieses Abenteuer.“

Schultz` Wechsel ist eine ungewöhnliche Luftveränderung im Hamburger Amateurfußball. In eine höherklassige ausländische Liga wechseln Hamburger Amateurkicker selten. Zwar ist der in der Velly Arena heimische Sportclub Sparkasse Imst (Zuschauerschnitt 474) kein Proficlub – das sind in Österreich nur die Vereine der ersten beiden Ligen. Die Ziele der Imster, die mit dem schönen Slogan „Leidenschaft, Kult, Freunde“ werben, sind aber durchaus ambitioniert. In der drittklassigen Regionalliga Tirol behauptete sich das Team zuletzt im Mittelfeld mit nur neun Punkten Rückstand auf den Spitzenreiter. Dass Marco Schultz im Herbst seiner Karriere noch Profi wird, ist nicht ausgeschlossen. „Es soll mit dem Verein nach vorne gehen. Mein primäres Ziel ist der Aufstieg aber nicht“, sagt er.

Abenteuer Imst ist auf eine Saison begrenzt

Das Abenteuer Imst ist zunächst auf eine Saison begrenzt. Angst vor Corona hat er keine. „Tirol ist kein Hotspot mehr. Die Zahlen dort sind sehr gut.“ Und was, wenn der Saisonanfang aufgrund des Virus auf sich warten lässt? „Das wäre schade. Doch Imst bietet mir auch eine berufliche Perspektive. Daher wäre es verkraftbar“, sagt der gelernte Bürokaufmann.

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In höchsten Tönen gelobt wurde Schultz schon in der Pressemitteilung, mit der die Imster seine Verpflichtung bekannt gaben. Unter anderem für seine „Bodenständigkeit und seine Einstellung zum Sport“. „Ich bin eben ein positiv Verrückter. So wie unser früherer Trainer Berkan Algan“, sagt Halbmarathonläufer Schultz. Algan funktionierte den früheren Stürmer erfolgreich zum Sechser um, in Imst soll er auf der Zehn als Spielmacher brillieren. Ein paar Abschiedsworte für die Fans in Altona hat der sichere Elfmeterschütze, der seit 2016 im AFC-Dress auflief, auch noch parat: „Es war etwas ganz Großes für mich, in der Adolf-Jäger-Kampfbahn vor diesen Fans zu spielen. Eine tolle Zeit mit manchen Tiefen und vielen Höhen. Ich danke allen, die mir diese Erfahrung ermöglicht haben.“

( misch )