Amateurfussball

Angst vor Gewalt führt zu umstrittener Abstiegsregelung

Die Hamburger Landesligen mit Hansa- und Hammonia-Staffel sorgen für Mega-Aufregung. Albaner und Serben werden getrennt – mit Folgen.

Hamburg. Es ist eine konfliktträchtige Entscheidung, die der Hamburger Fußball-Verband da getroffen hat. Das Präsidium des HFV, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag, habe am Donnerstag entschieden, den Abstieg in den Landesligen zu ändern. "Die Vereine aus der Hammonia-Staffel, die nach dem letzten Spieltag die vier letzten Tabellenplätze belegen, steigen in die Bezirksliga ab. Die Vereine aus der Hansa-Staffel, die nach dem letzten Spieltag die beiden letzten Tabellenplätze belegen, steigen in die Bezirksliga ab."

Das ist der nüchterne Text, der noch einmal übersetzt heißt: vier Absteiger in der Hammonia-Staffel (17 Vereine), nur zwei in der Hansa-Staffel (15 Vereine). Und all das ist das Ergebnis einer schweren politischen Krise im Hamburger Amateurfußball.

Nach dem erfolgreichen Einspruch des TSV Sasel gegen die Entscheidung, in die Hansa-Staffel versetzt zu werden, starten die Landesligisten in verschiedenen Größen in die kommende Saison. Der Verein S.S.D. Nikola Tesla e.V. hatte einen Staffel-Wechsel durchgesetzt, weil er nicht in der Hansa gegen den albanischen Verein Klub Kosova antreten wollte. Es gebe die Gefahr von Ausschreitungen, so Teslas Trainer Marc Zippel. Serben und Albaner seien sich nicht grün.

Ob die neue Abstiegsregelung jetzt wieder zu Protesten führt oder am Ende der Saison einer der vier Absteiger aus der Hammonia-Staffel rechtlich dagegen vorgehen wird, muss man abwarten. In jedem Fall wird für Diskussionsstoff sorgen, dass in Hamburg zwei Vereine aus politischen Gründen nicht gegeneinander antreten sollen.