Leichtathletik

Nadja Käther fehlt ein Zentimeter zum Weitsprungtitel

HSV-Leichtathletin wird bei Hallen-DM wie Sujew Zweite. Im zweiten Sprung landete sie einen weiten Satz, doch sie war knapp übergetreten. Lange siegt über 800 Meter.

Hamburg. Der zweite Versuch wäre es gewesen: Er war, das ergab die Videoauswertung später, 6,60 Meter weit. Dann hätte Nadja Käther den Rest des Wettkampfs nur noch zugeschaut, ihre geprellte Ferse geschont – und am Ende wohl ihren ersten nationalen Titel gefeiert. Doch weil der Sprung knapp übergetreten war, fehlte der HSV-Leichtathletin bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig mit 6,48 Meter schließlich ein Zentimeter zum Sieg. Der ging an Sosthene Moguenara. Die Wattenscheiderin darf Deutschland nun bei der WM am übernächsten Wochenende in Sopot (Polen) vertreten.

Käther, mit 6,68 Meter Saisonbeste, hätte ohnehin verzichtet. „Der Fokus liegt ganz klar auf der Freiluft-EM in Zürich“, sagt ihr Hamburger Trainer Uwe Florczak, „wir können positiv gestimmt in die Vorbereitung gehen.“ Das gilt auch für Käthers Freund und Vereinskollege Helge Schwarzer. Er lief über 60 Meter Hürden in 7,78 Sekunden auf Platz drei hinter dem einheimischen Erik Balnuweit, der in 7,60 Sekunden die WM-Norm erfüllte, und dem Tübinger Gregor Traber (7,66). „Mit mehr Risiko wären 7,70 Sekunden drin gewesen, aber ich wollte die Medaille nicht gefährden“, sagte Schwarzer. Seine Hallensaison könnte in die Verlängerung gehen, sollte bei der Premiere des Istaf Indoor am Sonnabend in Berlin noch ein Startplatz frei werden.

Bei den Frauen bestätigte die Weltjahresbeste Nadine Hildebrand (Sindelfingen) in 7,92 Sekunden ihren WM-Medaillen-Anspruch. Über die Flachstrecke gewann die Mannheimerin Verena Sailer in 7,14, der weltweit fünftbesten Zeit des Jahres, ihren 13. deutschen Meistertitel. Kugelstoßweltmeister David Storl aus Chemnitz siegte mit 21,22 Metern ähnlich überlegen wie bei den Frauen Vizeweltmeisterin Christina Schwanitz vom LV Erzgebirge (19,89). Deren Vereinskollegin Rebekka Haase sprintete über 200 Meter in 23,17 Sekunden an die europäische Spitze.

Im Männerweitsprung, den Julian Howard (Karlsruhe/7,98) gewann, kam Mario Kral (HSV) nicht über 7,50 Meter und Platz sieben hinaus. Besser machte es Elina Sujew vom LT Haspa-Marathon Hamburg, die über 3000 Meter in guten 9:04,96 Minuten nur die Regensburgerin Maren Kock (9:01,09) ziehen lassen musste. Sujews Vereinskollegin Andrea Dethers wurde Fünfte (9:26,17).

Seinen ersten deutschen Meistertitel bei den Männern feierte Andreas Lange von der LG Reinbek/Ohe, der sich in einem taktischen 800-Meter-Rennen in 1:51,85 durchsetzte.