Tennis

Thiem, Zverev und Kohlschreiber schlagen am Rothenbaum auf

Alexander Zverev soll beim Traditionsturnier spielen

Alexander Zverev soll beim Traditionsturnier spielen

Foto: Robert Ghement / dpa

Dominic Thiem ist beim Tennisturnier German Open in Hamburg Top-Favorit auf den Titelgewinn. Alexander Zverev als Zuschauermagnet.

Hamburg.  Es war Turnierdirektor Michael Stich anzusehen, dass er am liebsten ein paar große Namen bei der offiziellen Bekanntgabe des Teilnehmerfeldes der German Open am Rothenbaum (9. bis 17. Juli) verkündet hätte. Stattdessen nannte er keinen einzigen Top-Ten-Spieler und vertröstete die geladenen Journalisten mit dem 19-jährigen Alexander Zverev. „Dass er sich in den vergangenen zwölf Monaten so schnell entwickeln würde, hätte selbst ich nicht gedacht“, sagte Stich über die Hamburger Tennishoffnung. Topgesetzter des Traditionsturniers ist der 22 Jahre alte Österreicher Dominic Thiem, der am Donnerstag bei den French Open in Paris ins Halbfinale eingezogen ist. „Es ist wichtig, dass die nächste Generation, die das Welttennis bestimmen wird, bei uns aufschlägt“, betonte Stich, der Zverevs Mentor und Förderer ist.

Ob Thiem (aktuell noch 15. der Weltrangliste) tatsächlich in Hamburg spielen wird, ist jedoch keinesfalls sicher. Zum einen fallen die auf Sand ausgetragenen German Open in die Vorbereitungszeit für die Olympischen Spiele, die auf Hartplatz stattfinden. Zum anderen – und das fällt noch viel mehr ins Gewicht – laufen nicht nur die ATP-Turniere in Bastad (Schweden) und Newport (USA) parallel zum Rothenbaum, sondern auch die Daviscup-Viertelfinals und einige Partien in der Weltgruppe I. 18 der 23 in Hamburg gemeldeten Spieler sind davon betroffen. Sie könnten sich kurzfristig umentscheiden und für ihr Land antreten.

Dass das deutsche Daviscup-Team Anfang März gegen Tschechien verloren hat, ist fast schon ein Glücksfall für die 110. Auflage am Rothenbaum, ansonsten hätten auch Philipp Kohlschreiber (Augsburg) und Zverev zu den Wackelkandidaten gezählt. „Wir gehen davon aus, dass alle Spieler, die für Hamburg gemeldet haben, auch kommen“, gibt sich Stich optimistisch. Außerdem seien sie mit zwei bis drei Top-Ten-Spielern in Verhandlung, auch mit derzeit verletzten Vorjahressieger Rafael Nadal (Spanien).