Dopingfall von London

Kugelstoßerin Ostaptschuk glaubt an Verschwörung

Die 31-jährige Kugelstoß-Olympiasiegerin war bei den Olympischen Spielen des Dopings überführt worden. Zwei Proben auf das anabole Steroid Methenolon waren positiv.

London. Die bei Olympia in London gedopte weißrussische Kugelstoßerin Nadeschda Ostaptschuk will gegen die Aberkennung ihrer Goldmedaille Einspruch einlegen. Die 31-Jährige glaubt, unschuldig und Opfer einer Verschwörung zu sein. Demnach behauptet sie, dass der mittlerweile wegen Veruntreuung verhaftete frühere weißrussische Cheftrainer Anatolij Badujew hinter dem positivem Befund stecke.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte Valerie Adams aus Neuseeland den Olympiasieg nachträglich zugesprochen, nachdem Ostaptschuk wegen zweier positiver Tests auf das anabole Steroid Methenolon disqualifiziert worden war.

Nach der Entscheidung hatte das Team der neuen Olympiasiegerin aus Neuseeland aber bereits befürchtet, dass Adams noch einige Zeit auf ihre zweite Goldmedaille warten müsse. „Wir können nur hoffen, dass es schnell geht und noch vor Weihnachten sein wird. Aber wir wissen nicht, ob das in einem, drei, zehn oder zwölf Monaten der Fall sein wird“, zitierte der New Zealand Herald Adams' Manager Nick Cowan.

Die Dopingfälle der Spiele in London:

13. August: Einen Tag nach der Abschlussfeier erkennt das Internationale Olympische Komitee Kugelstoß-Olympiasiegerin Nadeschda Ostaptschuk aus Weißrussland die Goldmedaille ab. Die frühere Weltmeisterin sei während der Spiele in London bei zwei Proben positiv auf das anabole Steroid Methenolon getestet worden, teilte das IOC mit. Gold geht damit wie schon in Peking an die Neuseeländerin Valerie Adams vor der Russin Jewgenia Kolodko und Lijiao Gong (China).

12. August: Am Tag der Abschlussfeier schließt das IOC den kolumbianischen 400-m-Läufer Diego Palomeque Echavarria von den Spielen aus. Nach positiver A-Probe bestätigt die B-Probe: Der 18 Jahre alte Leichtathlet hat mit Testosteron gedopt. Bei seinem Lauf am 4. August durfte er ohnehin nicht antreten.

11. August: Bei der Urinanaylse der syrischen 400-m-Hürdenläuferin Ghfran Almouhamad wird in A- und B-Probe das verbotene Stimulans Methylhexanamin gefunden. Almouhamad wird von den Spielen ausgeschlossen. Die 23-Jährige war in ihrem Wettbewerb als Vorlauf-Achte in der ersten Runde ausgeschieden.

10. August: Der Fall des italienischen Gehers Alex Schwazer ist offiziell. Das IOC schließt den 50-km-Olympiasieger von Peking aus. Der 27-Jährige hatte vier Tage zuvor für den bedeutendste Dopingfall während der Olympischen Spiele in London gesorgt. Er wurde von seinem nationalen Olympia-Komitee CONI wegen Epo-Dopings aus dem Verkehr gezogen.

6. August: Das IOC schließt Judoka Nicholas Delpopolo (USA) von den Spielen in London aus. Der 23-Jährige wurde positiv auf Cannabis getestet, nachdem er anscheinend Hasch-Kekse konsumiert hatte. Er hatte den siebten Platz in der Klasse bis 73 kg belegt.

4. August: Das IOC schließt die russische Bahnradfahrerin Wiktoria Baranowa wegen Testosteron-Dopings von den Spielen aus. Zudem zieht es die kolumbianische 400-m-Läufer Diego Palomeque vorläufig aus dem Verkehr. Das brasilianische NOK wirft Ruderin Kissya da Costa wegen eines positiven Dopingtests aus der Mannschaft.

3. August: Der dreimalige Hammerwurf-Weltmeister Iwan Tichon verzichtet auf eine Reise nach London. Er soll zu fünf positiv nachgetesteten Athleten von Olympia 2004 in Athen gehören. Leichtathlet Amine Laalou (Marokko/1500 m) wird die Einreise nach England verweigert. Er soll bei einem Meeting in Monaco erwischt worden sein.

2. August: Hammerwerferin Marina Marghieva wird nach einer positiven Dopingprobe aus der Olympia-Mannschaft der Republik Moldau gestrichen. Neben Marghieva wird Diskuswerferin Natalia Artyk, die aber nicht in London an den Start gehen sollte, suspendiert.

1. August: Die usbekische Turnerin Luisa Galjulina wird vom IOC von den Spielen ausgeschlossen, nachdem in der B-Probe im Urin der 20-Jährigen Furosemid gefunden wurde.

29. Juli: Sprinterin Tameka Williams aus dem karibischen Inselstaat St. Kitts und Nevis wird nach einer positiven Dopingprobe vom NOK ihres Landes von den Spielen ausgeschlossen.

28. Juli: Einen Tag nach der Eröffnungsfeier haben die Spiele in London ihren ersten Dopingfall. Der albanische Gewichtheber Hysen Pulaku wurde positiv auf das anabole Steroid Stanozolol getestet. Das IOC schließt den 20-Jährigen von den Spielen aus.

(dpa/sid)