HSV Hamburg

Handballer feiern den Klassenerhalt wie den Aufstieg

Stefan Schröder gab gegen Hagen seine Abschiedsvorstellung.

Stefan Schröder gab gegen Hagen seine Abschiedsvorstellung.

Foto: Witters

HSVH sichert sich ein weiteres Jahr Zweite Liga, Trainer Jansen die Lizenz. Jetzt soll weiter nach oben gehen. Auch Barmbek feiert.

Hamburg. Konfettiregen und eine Kieztour bis in die Morgenstunden hier, stehende Ovationen und ein kühles Blondes dort: Hamburgs Leistungshandball erlebte ein Wochenende doppelter Glückseligkeit. Nachdem Oberligameister HG Hamburg-Barmbek am Sonnabend den umjubelten Drittligaaufstieg beim 22:22 (10:8) im Rückspiel beim Stralsunder HV mit dem knappsten aller Vorsprünge – Hinspiel: 27:26 – ins Ziel brachte, zogen am Sonntag die Zweitligamänner des HSV Hamburg beim 30:20 (15:13)-Heimsieg gegen Eintracht Hagen nach. Damit steht drei Spieltage vor Rundenende fest, was für den Aufsteiger angesichts einer erstarkten Rückrunde (17:15 Punkte) ohnehin nur noch Formsache war: der gesicherte Klassenerhalt.

„Es war nicht zu erwarten, dass wir in dieser brutalen Saison mit fünf Absteigern schon so früh durch sind“, sagte HSVH-Vizepräsident Martin Schwalb, „das ist überragend und absolut verdient.“ Beim vorletzten Saisonheimspiel vor 3365 Zuschauern in der Sporthalle Hamburg konnten die Feierlichkeiten bei einer Fünf-Tore-Führung (46./22:17) bereits Mitte der zweiten Halbzeit beginnen. „Der Rest war dann ein wenig wie im Rausch“, bekannte Trainer Jansen, der doppelten Grund zur Freude. Der 42-Jährige meisterte Freitag und Sonnabend seine Prüfungen zur A-Lizenz. „Bestanden und gut ist“, kommentierte der Ex-Weltmeister gewohnt nüchtern.

Schröder durfte noch einmal ran

Sein junges Team bewies einmal mehr, was es stark gemacht hatte. Eine nach der Pause aggressive und bewegliche Abwehr um Rückhalt Aron Edvardsson (elf Paraden) im Tor. Dazu Tempo und Willen im Angriff – und das mit wechselndem Personal. Angeführt vom Rückraumrechten Finn Wullenweber (21/sieben Treffer), der 91 seiner 116 Tore im zweiten Saisonabschnitt erzielte, trafen Philipp Bauer (22), Leif Tissier (19) und Dominik Axmann (19/alle jeweils vier Treffer). In den Schlussminuten verabschiedete sich Oldie Stefan Schröder aus der Saison, Abwehrchef Blazenko Lackovic versuchte sich an einem Kempa-Trick und Edvardsson traf ins vom Hamburger Tobias Mahncke (34/acht Paraden) gehütete, im Unterzahlspiel aber verwaiste Hagener Tor.

„Der Klassenerhalt ist mit dem Aufstieg im Vorjahr gleichzusetzen“, sagte Kapitän Lukas Ossenkopp. „Nächste Saison wollen wir wieder einen Schritt nach vorne machen. Bei jedem ist noch Potenzial nach oben da“, blickte Sportchef Schwalb weiter voraus, während Trainer Jansen den Fokus auf das nahende Derby (Freitag, 19.30 Uhr) beim VfL Lübeck-Schwartau legte. „So ein Spiel will man nicht zweimal in einer Saison verlieren“, sagte er, In Hamburg hatte der VfL 21:18 gewonnen.

Barmbek will ohne Crowdfunding auskommen

Höherklassige Nordduelle warten 2019/20 auch auf die Barmbeker. Beim Nervenspiel in der Relegation in Stralsund traf der reaktivierte Dennis Tretow (35) erst zum Ausgleich und zog dann im letzten Angriff des Spiels ein Stürmerfoul. „Zwischenzeitlich hatten wir mit fünf Toren geführt, hintenraus wird es dann eng“, sagte der nach elf Jahren scheidende Trainer Holger Bockelmann (58) zum „perfekten Abschluss in die Handballrente“. Die HGHB und der HSVH wollen künftig kooperieren, auch über das Zweifachspielrecht junger Talente. Den geplanten Drittligaetat von 160.000 Euro wollen die Barmbeker anders als zur Drittligasaison 2017/18 ohne Crowdfunding-Aktion stemmen.