Handball

Kevin Herbst kämpft um Verbleib beim HSV Hamburg

Kevin Herbst debütierte für den HSV Handball in der Bundesliga, wechselte 2015 zum HC Erlangen und 2017 zurück nach Hamburg.

Kevin Herbst debütierte für den HSV Handball in der Bundesliga, wechselte 2015 zum HC Erlangen und 2017 zurück nach Hamburg.

Foto: Witters

Hamburgs Handball-Zweitligamänner sind am Doppelspieltag gefordert. Ein Neuer und ein Alter stehen dabei im Fokus.

Hamburg.  Kevin Herbst hat gute Erinnerungen an den TV Emsdetten, den heutigen (20 Uhr, Sporthalle Hamburg/sportdeutschland.tv) Heimspielgegner des Handball Sport Vereins Hamburg. Am 24. Mai 2014 debütierte das damals 20 Jahre alte Eigengewächs für den HSV Handball in der Bundesliga. „Die letzten zehn Minuten hat mich Martin Schwalb auf die Platte geschickt“, erzählt er. „Zeit genug für zwei Tore.“

Was er verschweigt: Damals (Zweiminutenstrafe, verworfener Siebenmeter) wie heute wandelt die Spielweise des „Straßenhandballers“ zwischen Himmel und Hölle, Genie und Wahnsinn, Matchwinner und Spielverderber. Mit 34 Toren in den zurückliegenden sieben Spielen ließ die Nummer 77 Fans, Trainer und Kollegen häufig jubeln. Mit 24 technischen Fehlern in dieser Saison – kein anderer Spieler hat mehr – häufig auch verzweifeln. „Das sind zu viele, das weiß ich“, sagt Herbst. Aber das Einzelwurftraining mit dem spielenden Co-Trainer Blazenko Lackovic helfe ihm.

Vertrag läuft im Sommer aus

Im Gegensatz zur Hinrunde ist der Hamburger in der Rückrunde ein Faktor im Spiel. Beim 24-jährigen Linkshänder kehrten rechtzeitig „Selbstvertrauen und Sicherheit zurück“. Das Team (12./26:34 Punkte), das am Doppelspieltag gegen Tabellennachbar Emsdetten (11./27:34) und am Sonntag (17 Uhr) beim Dritten HSG Nordhorn-Lingen ohne Stand-by-Kraft Stefan Schröder (37/Rechtsaußen) antritt, will die vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz wahren.

Auch privat gibt’s frohe Kunde. Nachwuchs steht ins Haus, Freundin Sarah, mit der er inzwischen im schleswig-holsteinischen Heide lebt, ist im fünften Monat schwanger. „Das beflügelt“, sagt der werdende Vater. Der Vertrag des Rückkehrers, der 2015 den Club schon einmal für zwei Jahre in Richtung HC Erlangen verließ, läuft im Sommer aus. Der Verein schaut sich nach Verstärkungen im rechten Rückraum um, allein der Markt für wurfgewaltige, bezahlbare Linkshänder ist überschaubar. „Ich kenne die Anforderungen an mich und versuche aktuell alles reinzuhauen“, sagt Herbst. Erste Option sei der HSVH.

Das gilt auch für Tobias Schimmelbauer (31). Die Stammkraft vom Bundesligisten TVB Stuttgart wird nach Abendblatt-Informationen zweiter Neuzugang nach Jonas Gertges (21/GWD Minden II) auf Linksaußen. Schimmelbauer (1,99 Meter/105 Kilo) soll schon vor dem Spiel gegen Emsdetten offiziell vorgestellt werden.