Hamburg

OP-Narbe gerissen – bitteres WM-Aus für HSV-Handballer

Aron Edvardsson fällt mindestens drei Wochen lang aus.

Aron Edvardsson fällt mindestens drei Wochen lang aus.

Foto: Witters

Hamburgs Torwart Aron Edvardsson fehlt Island und seinem Club. Weitere Personalsorgen für Jansen – müssen Neuzugänge her?

Hamburg.  München war der Sehnsuchtsort von Aron Edvardsson. „Ich war noch nie da. Bei der WM in der Olympiahalle zu spielen, das ist ein großer Traum für mich“, hatte der isländische Handballtorwart vom HSV Hamburg (HSVH) noch kurz vor seiner Abreise zur WM-Vorbereitung gesagt. Drei Tage vor dem WM-Auftaktspiel der Isländer, die zudem den verletzten Gudjon Valur Sigurdsson (Rhein-Neckar Löwen/Knie) verloren, kam das bittere Aus. Der 29-Jährige, der sich mit starken Leistungen beim Zweitligaaufsteiger zurück ins Nationalteam gekämpft hatte, ist nach seiner Blinddarmoperation Ende Oktober erneut am Bauch operiert worden. Die Narbe ist aufgerissen.

Falscher Ehrgeiz bei Edvardsson?

„Aron klagte über Bauchschmerzen, kam schon im letzten Testspiel am Montag nicht mehr zum Einsatz“, berichtet HSVH-Geschäftsführer Sebastian Frecke. Offenbar war die Operationsnarbe nicht richtig verheilt, Edvardsson möglicherweise aus falschem Ehrgeiz im Verein und Nationalteam zu früh zurückgekehrt. Mannschaftsarzt Philip Catala-Lehnen vom Lans Medicum entschied, den neuerlichen Eingriff in Island erfolgen zu lassen. „Die Ausfallzeit ist wohl günstig. Wir erwarten, dass Aron zum Liganeustart dabei sein kann“, sagt Frecke. Spruchreif sei dies aber noch nicht.

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Weitere Personalsorgen für Jansen

Vier Wochen bleiben Trainer Torsten Jansen, um sein Team (Tabellen-14.) in der WM-Pause auf den Abstiegskampf in den verbleibenden 18 Ligaspielen vorzubereiten. Zum Trainingsstart an diesem Donnerstag drohen weitere Personalsorgen: Allrounder Jan Kleineidam (20) klagt über Fersenprobleme, „ihm droht möglicherweise eine Operation“, sagt Frecke. Christopher Rix (21), der einzige nominelle Linksaußen im Kader, hat es schwerer als angenommen am Oberschenkelmuskel getroffen.

Geschäftsführer Frecke sondiert den Transfermarkt. „Wenn, dann müssen wir positionsbezogen reagieren“, sagt er. Möglicherweise auch im Tor: Edvardsson-Vertreter Justin Rundt (24) wird nach Kniearthroskopie erst im Frühjahr zurückerwartet. Da auch Marcel Kokoszka (19) bis Ende nächster Woche bei der U-21-Nationalmannschaft weilt, muss vorerst ohne Torhüter trainiert werden.

Immerhin eine positive Nachricht hatte Sebastian Frecke zum Schluss dann doch noch: Der Abschluss mit einem weiteren Trikotsponsor für die Rückseite der Jerseys stehe bevor.