Hamburg

628.000 Euro Minus – HSV-Handballer müssen weiter sparen

Hamburgs Leif Tissier (M.) wird von Nordhorns Georg Böhle (l.) und Patrick Miedema in die Zange genommen (Archiv)

Hamburgs Leif Tissier (M.) wird von Nordhorns Georg Böhle (l.) und Patrick Miedema in die Zange genommen (Archiv)

Foto: Leonie Horky / WITTERS

Verein muss Millionen-Schulden zurückfahren. Im Frühling dieses Jahres konnten Gehälter nur verspätet gezahlt werden.

Hamburg.  „Nicht jede Entscheidung von vor zwei Jahren ist auch heute noch zeitgemäß“, sagt Marc Evermann und spricht von „Unwägbarkeiten“. Der Präsident des Handball-Sport-Vereins Hamburg berichtete auf der Jahresversammlung am Montagabend im Haus des Sports erstmals ausführlich über die Finanzsituation des 301 Mitglieder starken, reinen Handballvereins. 57 stimmberechtigte Mitglieder waren anwesend, darunter die Zweitligamannschaft um Trainer Torsten Jansen.

Vor allem ging es um das Geschäftsjahr 2016/17, das erste nach der Insolvenz der ehemaligen Betriebsgesellschaft der HSV-Bundesligahandballer. Den Neustart in Liga drei schloss der Verein mit einem Minus von 628.000 Euro ab. Schatzmeister Jürgen Rütsch sprach von „notwendigen Investitionsleistungen“. Die Zahlen des Geschäftsjahres 2017/18 werden den Mitgliedern im kommenden Jahr präsentiert. Fest steht: „Wir konnten den Fehlbetrag sechsstellig verbessern“, sagt Rütsch, der 2018/19 mit einer schwarzen Null für den e.V. rechnet.

Private Darlehen gewährt

Ausgeglichen wurde das Minus, das sich insgesamt bis 30. Juni 2018 auf eine Million Euro belaufen dürfte, durch private Darlehen. Vereinsvermögen gibt es nicht. „Wir haben noch viel zu tun, mussten auch den Businessplan nachschärfen“, sagt Evermann. Im April und Mai dieses Jahres konnten Gehälter nur verspätet gezahlt werden.

Seit 1. Juli sind die Kosten für den Spielbetrieb in der Handball Sport Management und Marketing GmbH ausgelagert. Hauptamtliche Mitarbeiter gibt es im e.V. nicht mehr. Der Ligadachverband HBL hat die Zahlen in der vergangenen Woche ohne Beanstandung geprüft. „Und die HBL kennt auch die Zahlen des Vereins“, ergänzt Rütsch.

Die Mitglieder folgten ihrem Vorstand, entlasteten ihn einstimmig.