HSV-Handballer

Emotionaler Abschied von Stefan Schröder bei Meisterparty

Stefan Schröder ging mit seinen drei Kindern an der Seite ans Mikro

Stefan Schröder ging mit seinen drei Kindern an der Seite ans Mikro

Foto: ValeriaWitters / WITTERS

Zweitliga-Aufsteiger HSVH beim letzten Heimspiel der Saison geehrt. Erst emotional, dann feucht-fröhlich.

Hamburg.  Spätestens als die 3570 Fans in der ausverkauften Sporthalle Hamburg immer wieder seinen Namen skandierten, gab es für Stefan Schröder kein Halten mehr. Mit seinen drei Kindern Tjark, Mette-Lara und Lina-Malea im Arm flossen beim 36-Jährigen die Tränen, die Stimme stockte.

„Ich kann gar nichts sagen, einfach nur Danke. Danke an euch, an meine Familie und Freunde für die jahrelange Unterstützung“, sagte der Rechtsaußen des Handball Sport Vereins Hamburg (HSVH) vor der Meisterfeier des Zweitliga-Aufsteigers und schickte via Hallenmikrofon noch einen dringenden Appell hinter: „Mehr will ich gar nicht sagen. Wir haben alle trockene Kehlen. Lasst die Korken knallen!“

Gesagt, getan: Für die Fans gab es nach dem 33:22 (14:9)-Sieg im letzten Saisonheimspiel in der 3. Liga Nord gegen MTV Braunschweig das versprochene Freibier, für „Schrödi“ von seinen Mannschaftskollegen prompt eine Bierdusche. Der Weltmeister (2007), Champions-League-Sieger (2013) und deutsche Meister (2011, 2004) wurde nach 13 Jahren im Club ins Karriereende verabschiedet.

Schröder wollte nicht mehr fahrtauglich sein

Fans und Mitspieler feierten mit Schröder-Masken, sein Trikot mit der Nummer drei bekam einen Ehrenplatz an der Hallendecke und wird nicht mehr vergeben. Es war der emotionale Höhepunkt der anschließenden feucht-fröhlichen Party. „Ich muss heute nicht mehr selbst fahren, ich werde gefahren“, kündigte Schröder einen langen Abend an.

Drittligaspielleiter Michael Kulus hatte gemeinsam mit dem neuen Präsidenten des Hamburger Handballverbandes (HHV), Dr. Knuth Lange, die Meisterehrung vorgenommen – Feuerwerk und Konfettikanone inklusive. Eine Meisterschale für den Hamburger Trophäenschrank gab es zwar nicht, den feierwütigen Spielern war das aber herzlich egal.

„Wir hatten vor der Saison einen großen Traum, und den haben wir uns heute erfüllt“, sagte HSVH-Kapitän Lukas Ossenkopp. Trainer Torsten Jansen blieb abseits des Trubels zurückhaltender. Meistertrainer wolle er sich nicht nennen. „Das wird man nur in der Bundesliga. Aufstiegstrainer ist besser.“

HSV dominierte die Liga

Bei der Abschiedsvorstellung vom Heimpublikum vor dem letzten Saisonspiel am Sonnabend (19 Uhr) beim VfL Fredenbeck verdeutlichte der HSVH noch einmal seine Ausnahmestellung in der Dritten Liga. Auf dem Feld wirbelte die Meistermannschaft um die fünffachen Torschützen Schröder, sodass die Braunschweiger dem Tempo der Hamburger spätestens nach 45 Minuten nicht mehr folgen konnten.

23 Siege, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen in 27 Spielen gelangen dem mit sechs Punkten Vorsprung souveränen Zweitliga-Aufsteiger. Abseits des Spielfeldes konnte der Verein insgesamt 50.340 Zuschauer begrüßen, darunter 9964 beim Weihnachtsspiel in der Barclaycard Arena. Der Zuschauerschnitt von 3595 Fans pro Partie konnte im Vergleich zur Vorsaison um rund 15 Prozent gesteigert werden. In der Zweiten Liga stehen zudem 19 statt 14 Heimspiele an.

Handballer wollen in die Erste Liga

„Wir können den Moment genießen. Er ist aber Ansporn, dass es positiv weitergeht“, sagte Martin Schwalb, Vizepräsident und Sportlicher Leiter. „Im Namen aller Erst- und Zweitligisten kann ich sagen: Die Bundesliga freut sich wieder auf den HSVH, den Standort Hamburg und diese Fans“, sagte Uwe Schwenker, Präsident der Handball-Bundesliga (HBL). „Ich bin mir sicher, wenn diese Arbeit seriös weitergeführt wird, wird der HSVH schon bald an der Ersten Liga kratzen.“

Schwalb bremste den langjährigen Manager des THW Kiel. Erst einmal gelte es, nach den Abgängen von Schröder, Jan Thorben Ehlers (26), Torhüter Jan Peveling (30/beide Fredenbeck), Lasse Kohnagel (31), Dominik Plaue (22/beide Ziel unbekannt) eine schlagkräftige Zweitligatruppe zusammenzustellen. „Klar ist, dass wir einen neuen Torhüter brauchen. Wir suchen nach erfahrenen Kräften für unsere junge Mannschaft“, sagte Schwalb.