HSV Handball

Rudolph wehrt sich gegen Betrugsvorwurf – Bitter geht

Andreas Rudolph investierte wohl mehr als 50 Millionen Euro in den HSV

Andreas Rudolph investierte wohl mehr als 50 Millionen Euro in den HSV

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Mäzen der insolventen HSV-Handballer meldet sich über seine Anwälte beim Ex-Fanbeauftragten. Zerfall des Bundesligateams geht weiter.

Hamburg.  Wenige Stunden vor dem erwarteten Lizenzentzug für den HSV Hamburg durch die Handball-Bundesliga hat sich Mäzen Andreas Rudolph gegen den Vorwurf des Betrugs zur Wehr gesetzt. Die Anwälte des Ahrensburger Medizintechnik-Unternehmers stellten dem ehemaligen HSV-Ehrenratsvorsitzenden und Fanbeauftragten André van de Velde am Mittwochmorgen eine Unterlassungserklärung zu.

Darin fordern sie den Juristen auf, nicht mehr zu behaupten: der HSV hätte die Lizenz erschwindelt, die Lizenz sei nur nach Vortäuschung falscher Tatsachen erteilt worden, und es bestehe gegen Rudolph und den ehemaligen Geschäftsführer Christian Fitzek ein Anfangsverdacht wegen Betruges. Als Vertragsstrafe wurden 5000 Euro angesetzt. Van de Felde, der sich nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens in einem Facebook-Beitrag geäußert hatte, sieht jedoch keinen Grund, seine Aussagen zurückzunehmen.

Einschränkung durch Zusatzvereinbarung

Rudolph, 60, hatte mit der inzwischen insolventen HSV Handball Betriebsgesellschaft mbH & Co. KG eine Zusatzvereinbarung geschlossen, die seine mit dem Lizenzantrag verknüpfte Verpflichtungserklärung in Höhe von 2,5 Millionen Euro erheblich einschränkt. Der Lizenzierungskommission der Bundesliga war dieses Schreiben vorenthalten worden. Rudolph hatte sich geweigert, die Finanzierungslücke in Höhe von zwei Millionen Euro zu schließen. Der HSV musste daraufhin Insolvenz anmelden und wird seine Bundesligamannschaft voraussichtlich umgehend zurückziehen.

Bitter geht nach Stuttgart

Unterdessen schreitet der Zerfall der Bundesligamannschaft weiter voran. Johannes Bitter wechselt zum abstiegsbedrohten Aufsteiger TVB 1898 Stuttgart. Bei den Schwaben erhält der 33 Jahre alte Ex-Nationaltorwart einen Vertrag bis zum 30. Juni 2016.

Bitter hatte seit 2007 für den HSV gespielt. Im selben Jahr wurde er mit der Nationalmannschaft Weltmeister. Mit den Hamburgern gewann er 2011 die deutsche Meisterschaft und zwei Jahre später die Champions League. Nach der verpassten WM-Qualifikation im Sommer 2014 trat er aus der Nationalmannschaft zurück.

Außerdem steht Spielmacher Allan Damgaard nach Informationen des dänischen Senders TV2 vor einem Transfer nach Silkeborg. Darüber hinaus wollen die Füchse Berlin Hans Lindberg verpflichten.

Zuvor hatten den HSV nach der Insolvenz bereits Adrian Pfahl (Frisch Auf Göppingen), Ilija Brozovic (THW Kiel) und Torwart Jens Vortmann (SC DHfK Leipzig) verlassen.