HSV-Handball

Dominikovic als Option fürs Amt des HSV- Jugendtrainers

Abwehrchef Davor Dominikovic ist einer der möglichen Kandidaten. Trotz 17-Mann-Kaders wäre Geld für einen weiteren Profi vorhanden.

Hamburg.  Zwei Tage nach dem emotionalen 32:31 (13:21)-Erfolg im letzten Saisonspiel über den VfL Gummersbach sind die Abschiedstränen der HSV-Handballer getrocknet. Besonders Torsten Jansen war nach zwölf Jahren in Hamburg, nach 484 Pflichtspielen, in denen er 1561 Tore warf, den ganzen Abend nah am Wasser gebaut. „Eins kann ich versprechen“, sagte er übers Hallenmikrofon unter dem Jubel der Fans, „wir sehen uns wieder!“

Das mag sein, aber in einer Funktion für den HSV in naher Zukunft wahrscheinlich nicht mehr. „Toto ist raus!“, stellte Vereinspräsident Karl Gladeck klar und schloss damit aus, dass der Club im nächsten Jahr sein Angebot an Jansen erneuern wird, als Coach der A-Jugend-Bundesliga ins Trainergeschäft einzusteigen. „Ich hätte ihn sehr gern bei uns gesehen, aber wir können nicht auf ihn warten“, sagte Gladeck, „wir brauchen jetzt eine Lösung für diesen Posten.“ Jansen, 38, wechselt im Sommer zum THW Kiel und erhält beim deutschen Rekordmeister (20 Titel) offenbar ebenfalls die Chance, nach dem Karriereende in die Jugendarbeit einzusteigen, nur eben ein oder zwei Jahre später.

Nach zwei Siegen beim Qualifikationsturnier in Berlin gegen die SG Narva Berlin (24:20) und gegen den LHC Cottbus (25:24) warf sich die A-Jugend des HSV am Sonnabend bei Temperaturen in der Halle von 37 Grad Celsius zum fünften Mal in Folge in die Bundesliga Nord. Wer den scheidenden Nachwuchscoach Rosario Cassara in der nächsten Saison beerbt, soll in den nächsten Wochen entschieden werden.

Davor Dominikovic als Option

Eine neue Option ist der Kroate Davor Dominikovic, 37, dessen Vertrag der HSV vor allem aus menschlichen Gründen um ein Jahr verlängern wird. Im Finale des europäischen EHF-Cups bei den Füchsen Berlin (27:30) hatte sich Dominikovic am 17. Mai eine Schultereckgelenkssprengung zugezogen, die ihn noch monatelang hindern wird, beruflich Handball zu spielen. Erste Gespräche mit dem Weltmeister (2003) und Olympiasieger (2004) hat der Club geführt. Weil Dominikovic aber seine Reha Ende Juni wohl außerhalb Hamburgs beginnen wird, würde er für die komplette Saisonvorbereitung der A-Jugend ausfallen. „Das ist keine Ideallösung“, sagt Jugendkoordinator Gunnar Sadewater.

Eine Alternative zu Dominikovic wäre Rechtsaußen und Fanliebling Stefan Schröder, 33, der beim HSV über den 30. Juni hinaus aktuell nur einen Vertrag für die Aufgabengebiete Marketing und Vertrieb hat. Als Spieler ist der momentan am Fuß verletzte Schröder (Einriss der Plantaraponeurose) für die nächste Saison eigentlich unverzichtbar, weil die Genesung des Kollegen Hans Lindberg (Nierenriss) zwar gute Fortschritte macht, es aber unklar bleibt, wann der Däne wieder ins Training einsteigen kann; ein Zeitpunkt vor August ist augenblicklich unwahrscheinlich. Trainingsbeginn unter dem neuen Coach Michael Biegler ist der 2. Juli. Mit 178 Toren in 26 Bundesligaspielen war Lindberg einmal mehr bester Schütze der Hamburger vor Spielmacher Kentin Mahé. Der französische Weltmeister traf in 34 Spielen 161-mal.

Geld für weitere Verpflichtungen

Rechtsaußentalent Kevin Herbst, 21, der sich mit drei Toren gegen Gummersbach verabschiedete und Lindberg hätte vertreten können, hatte frühzeitig keinen neuen Vertrag erhalten. Er wechselt zum ambitionierten Bundesliga-Absteiger HC Erlangen, der die sofortige Rückkehr ins Oberhaus anstrebt und mit einem erstligareifen Kader in die Zweite Bundesliga geht.

Zwar stehen beim HSV schon 17 Spieler für die neue Saison unter Vertrag, darunter sind acht Neuzugänge; weil Geschäftsführer Christian Fitzek das Gehaltsvolumen gegenüber der abgelaufenen Saison um rund 750.000 Euro abschmelzen konnte, um zwei Millionen Euro gegenüber der Spielzeit 2013/14, ist Geld für eine weitere Verpflichtung vorhanden. Wo Bedarf besteht, soll Trainer Biegler entscheiden. Bislang wurde ein gestandener Profi für den Rückraum links gesucht, den bislang Kapitän Pascal Hens und Talent Tom Wetzel (Rostock) besetzen.

HSV-Saisonstatistik: Lindberg (26 Spiele/178 Tore), Mahé (34/161), Pfahl (31/119), H. Toft Hansen (31/93), Simicu (31/90), Hens (34/86), Jansen (29/47), Flohr (35/40), Schröder (18/38), Hanisch (22/36), Schmidt (23/36), Feld (24/32), Herbst (10/18), Djordjic (6/9), Brauer (8/6), Dominikovic (28/3), Mehrkens (1/2), Stefan (1/0); Torhüter: Bitter (32/342 Paraden/Fangquote: 28,08 Prozent), Herrmann (34/70/21,67), Rundt (2/1/14,29).