HSV wie erwartet chancenlos in Kiel

Hamburgs Handballer unterlagen Rekordmeister THW 19:29 und konnten nur am Anfang mithalten

Kiel. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig bejubelte die schöne Bescherung im schwarz-weißen Fanschal, THW-Maskottchen Hein Daddel sprang euphorisch im Weihnachtsmannkostüm umher, und die 10.285 Zuschauer in der wie immer ausverkauften Kieler Sparkassen-Arena veranstalteten am Tag vor dem Heiligen Abend das genaue Gegenteil einer „Stillen Nacht“. Mit 29:19 (13:7) zeigte der THW Kiel dem verletzungsgebeutelten HSV Hamburg in der Handball-Bundesliga den derzeitigen Klassenunterschied auf. Nach dem Lebenszeichen in Hannover (36:30) stieß der HSV in Spiel zwei unter Übergangscoach Jens Häusler deutlich an seine Grenzen.

„Wenn man sieht, wer bei uns alles fehlt und wen die Kieler einwechseln können, war es klar, wie es ausgeht“, sagte HSV-Torwart Johannes Bitter, „immerhin konnten wir in der Anfangsphase noch gut mithalten.“ Nach acht Minuten führten die Gäste zum einzigen Mal sogar mit 3:2, sie ließen danach aber zahlreiche Großchancen aus. „Dieses Jahr ist es halt so. Kiel war heute zehn Tore besser. Das haut uns aber nicht um“, meinte Pascal Hens.

Da halfen auch die fünf Tore des besten HSV-Werfers Hans Lindberg nichts. Im Luxuskader des THW standen im starken Rückraum die ehemaligen HSV-Spielmacher Domagoj Duvnjak und Joan Cañellas, während der HSV allein Hens als erfahrenen Rückraumspieler aufbieten konnte und zahlreiche Nachwuchsspieler einsetzte.

Die Zebras wollten nach der 22:26-Niederlage am Sonnabend bei der SG Flensburg-Handewitt offenbar auch etwas gutmachen. Sie eroberten zumindest über Weihnachten die Tabellenspitze mit 34:6 Punkten zurück, weil die Rhein-Neckar Löwen erst Sonnabend (18.15/Sport1) beim HSV antreten. Der HSV ist nun Zehnter (20:22).

Auch dass THW-Trainer Alfred Gislason dem Werben von HSV-Mäzen Andreas Rudolph via „Sport-Bild“ eine Absage erteilte, war zu erwarten: „Ich habe einen Vertrag bis 2017 und bin in Kiel sehr zufrieden.“ Ein drittes Engagement von Martin Schwalb kann sich Rudolph nicht vorstellen: „Einmal aufgewärmter Eintopf schmeckt gut, zweimal aufgewärmter Eintopf nicht.“

Tore: THW Kiel: Toft Hansen 4, Jicha 4, Vujin 4 (1 Siebenmeter), Sprenger 3, Weinhold 3, Canellas 3, Palmarsson 3, Duvnjak 2, Lauge Schmidt 2, Wiencek (1).HSV Hamburg: Lindberg 5 (2), Hansen 4, Hanisch 3, Mahe 2, Jansen 2, Flohr 1, Herbst 1, Hens 1. SR: Behrens/Fasthoff, Z.:10.285, Zeitstrafen: 2:3