Menschlich gesehen

Vom Bier zum Ball

Als Holger Liekefett seiner Frau von dem Angebot erzählte, das ihm die HSV-Handballer gemacht hatten, habe er Tränen in den Augen gehabt. Geschäftsführer dieses Vereins zu werden, mit dem er als Marketingchef des Sponsors Holsten seit Jahren mitfieberte, einen Sport voranzubringen, in dem er schon als Jugendlicher in seinem Heimatort Wolfsburg auf dem Feld inbrünstig gekämpft hatte, kurzum, einen Job zu machen, der auch Leidenschaft ist: „Darauf hatte ich insgeheim schon lange gewartet“, erzählt Liekefett, 51.

Aber natürlich bedeutet es auch, dass seine Frau, mit der er seit bald 20 Jahren „glücklich verheiratet“ ist, und seine drei Kinder zu Hause in Ellerbek erst einmal weniger von ihm haben werden. Denn es gibt jede Menge zu tun für den promovierten Biochemiker. Dem HSV, obschon amtierender Champions-League-Sieger, laufen Fans und Förderer davon. Da werden die eigenen sportlichen Ambitionen, das Golfspielen mit seiner Frau und die ausgiebigen Rennradtouren, wohl zurückstecken müssen. An seinem Saisonziel, bei den Cyclassics die 100-Kilometer-Distanz zu schaffen, hält Liekefett aber fest.

Wie viel Zeit da noch bleibt, um in die Gitarrensaiten zu greifen, ist nicht abzusehen. Auf Konzerten werde man ihn aber weiterhin oft antreffen: von klassischen Sinfonien bis zu Crossover à la Rage Against the Machine. „Bei Musik“, sagt Liekefett, „geht mir einfach das Herz auf.“