Franzose hat sich in Hamburg angeboten

Handballstar Didier Dinart: Der HSV ist eine Option

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Holen die HSV-Handballer den besten Abwehrspieler der Welt? Didier Dinart zieht es offenbar in die Bundesliga. Doch noch ist der 33-Jährige den Hamburgern zu teuer.

Hamburg. Es gibt eigentlich keinen Grund für Didier Dinart, in seinem Leben grundsätzlich etwas zu ändern. Er hat gerade mit Frankreich zum zweiten Mal die Handballeuropameisterschaft gewonnen, aktueller Weltmeister und Olympiasieger ist er auch. Er spielt seit 2003 für den Club Balonmano Ciudad Real, in dieser Zeit hat er dreimal den Champions-League-Titel erlangt, viermal die spanische Meisterschaft und den Ruf, der beste Abwehrspieler der Welt zu sein. Er ist glücklich mit einer Spanierin verheiratet, betreibt eine Diskothek und zwei Friseursalons. Aber es gibt da eine Sache, die dem 33-Jährigen offenbar keine Ruhe lässt. "Er hat in der Bundesliga noch nichts gewonnen", sagt Dirk Wahl, "so will man als Handballer nicht aufhören."

Wahl ist einer, der es wissen sollte. Der Mindener ist Dinarts Berater und hat in dieser Funktion den Markt in Deutschland sondiert. Vor zwei Wochen hat er auch beim HSV Hamburg angefragt, wovon die "Hamburger Morgenpost" Wind bekam. Die Antwort des Bundesliga-Tabellenführers war zunächst abschlägig: "Der HSV hat klar gesagt, dass eine Verpflichtung zu unseren Konditionen wirtschaftlich nicht darstellbar ist", sagt Wahl.

Insoweit entspricht das der Darstellung des sportlichen Leiters Christian Fitzek. "Er ist derzeit kein Thema für uns." Die Einschränkung "derzeit" ist in diesem Zusammenhang wohl nicht ganz unwichtig. Dinarts Vertrag bei Ciudad Real läuft erst im kommenden Jahr aus. Laut seiner eigenen Darstellung ist der HSV sehr wohl an einer Verpflichtung interessiert und hat ein Angebot unterbreitet. Auf die Frage, ob er 2011 für den HSV aufläuft, sagte er dem Abendblatt: "Kann schon sein, warum nicht?"

Sein bisheriger Arbeitgeber hat dem 1,97-Meter-Hünen bereits im Dezember eine Vertragsverlängerung angeboten. Die Konditionen nennt Wahl "vernünftig", es gebe nichts nachzuverhandeln: "Es geht nur noch um Ja oder Nein." Noch sei nichts entschieden, sagt Dinart. Offenbar ist er auch bei anderen deutschen Spitzenklubs im Gespräch. Wahl weiß um den Marktwert seines Klienten: "Die Frage ist ja nicht, welche Klubs Interesse an ihm haben, sondern an welchen Klubs er Interesse hat." Und er weiß, dass in Spanien die steuerlichen Privilegien für ausländische Profisportler bald gekippt werden: Sie müssen künftig wieder den Spitzensatz von bis zu 43 statt bisher 24 Prozent ihres Gehalts an den Fiskus abführen.

Diese Aussicht könnte Dinart womöglich dazu bewegen, seine Forderungen herabzusetzen. Was für einen Wechsel nach Hamburg spräche? "Das könnten finanzielle Gründe sein", sagt Dinart lapidar. Seine Frau habe jedenfalls keine grundsätzlichen Einwände gegen einen Umzug nach Deutschland: "Sie hat gesagt, dass ich entscheide."