Towers

„Wir haben den größten Heimvorteil der Liga“

Towers-Trainer Michael Taylor (46) hat
einen Vertrag bis 2020.

Towers-Trainer Michael Taylor (46) hat einen Vertrag bis 2020.

Foto: Witters

Mike Taylor, der Cheftrainer der Hamburg Towers, spricht über die Energie des Publikums und die Probleme in der Fremde

Hamburg.  Endlich wieder zu Hause! Die Hamburg Towers, Tabellenzweiter, wollen heute Abend gegen die Kirchheim Knights (11.) in der 2. Basketballbundesliga Pro A den neunten Heimsieg der Saison in erneut ausverkaufter Halle folgen lassen. Das Abendblatt sprach mit Cheftrainer Mike Tayler über die Heimstärke seines Teams.

Mister Taylor, was sind die wichtigsten Faktoren für die Heimstärke der Towers in dieser Saison?

Mike Taylor: Unser Standard, was Vorbereitung und Aufwärmprogramm betrifft, ist sehr hoch, und wir spielen zu Hause konstant stark. Ich glaube, wir haben den größten Heimvorteil der ganzen Liga aufgrund der herausragenden Unterstützung unserer Fans und der Energie, die sie unserem Team geben. Daheim haben die Starter und die Bankspieler regelmäßig abgeliefert, wir haben demonstriert, dass wir gewinnen können, indem wir den Gegner offensiv überrollen (vier Spiele mit mehr als 100 Punkten), aber auch defensiv kaltstellen (Rostock bei neun Punkten im Schlussviertel gehalten) können. Wir sind gut vorbereitet, spielen über die gesamte Dauer solide, ohne uns längere Schwächephasen zu leisten.

Wie wichtig ist es, dass Ihre Trainings- auch die Spielhalle ist?

Taylor: Die Umgebung zu kennen, sich dort wohlzufühlen ist ein großer Teil des Heimvorteils. Dementsprechend ist es optimal, dass wir regelmäßig in der edel-optics.de-Arena trainieren.

Spielt es eine Rolle, dass die Spieler hier bestimmte Wurfbilder visualisiert haben, auswärts ihnen diese aber fehlen?

Taylor: Wir arbeiten daran, eine gute Atmosphäre in der Fremde zu kreieren, indem wir am Vorabend des Spiels in der gegnerischen Arena trainieren und uns dort am Vormittag des Spieltags noch mal einwerfen. Während dieser Einheiten haben die Spieler die Möglichkeit, sich an die Körbe, den Rückstoß der Bretter und das Parkett zu gewöhnen. Wir versuchen, diese Abläufe jedes Mal gleich zu gestalten, aber es gibt gewisse Aspekte, auf die sich die Jungs immer wieder neu einstellen müssen. Auswärts zu spielen bedeutet, mit Widrigkeiten umzugehen und besondere Herausforderungen anzunehmen. Von Partie zu Partie sammeln wir mehr Erfahrung darin, was den Spielern hilft zu lernen, wie sie auswärts gut spielen und gewinnen können.

Wie wichtig ist die psychische Fähigkeit der Spieler, souverän mit Beifall (Übermotivation) und Pfiffen (Depression) des Publikums umzugehen?

Taylor: Anstatt sich auf Applaus oder Buhrufe zu konzentrieren, ist es wichtiger, den Einfluss der Zuschauer auf die Energie zu verstehen. Zu Hause gibt uns das Publikum einen extra Schub und hilft uns durch kritische Phasen. Auswärts fehlt diese Extra-Energie, sodass wir sie selbst generieren müssen. Das ist ein Prozess, der Zeit benötigt. Die Spieler müssen lernen, ihr Intensitätslevel von der Energie der Fans zu separieren. Der Fokus des Trainerstabs ist darauf gerichtet, Hilfestellungen durch konstante Vorbereitung zu geben, um die Bereitschaft, Energie und Effizienz der Akteure zu gewährleisten. Das sind Aspekte, die nichts mit äußeren Einflüssen wie den Zuschauern zu tun haben.

Spielt im Basketball der Heimvorteil eine größere Rolle als in anderen Sportarten?

Taylor: Es ist schwierig, unterschiedliche Sportarten zu vergleichen. Der Heimvorteil beim Basketball dreht sich um den Komfort hinsichtlich der Umgebung, die Energie des Publikums und vielleicht einige Schiedsrichterentscheidungen zugunsten der Heimmannschaft. Aber jedes Team ist anders, jede Saison ist unterschiedlich. Einige Teams verstehen schneller, was es braucht, um auswärts zu gewinnen, bei anderen dauert es länger.