Abstiegskampf

Befreiungsschlag gegen Sandhausen: St. Pauli hat wieder Spaß

| Lesedauer: 4 Minuten
Carsten Harms und Andreas Hardt

Dank Kyereh und Burgstaller feiern die Hamburger im Abstiegsduell der 2. Bundesliga den vierten Sieg aus den letzten fünf Spielen.

Hamburg. Kein sportliches Drama wie beim 4:3 in Heidenheím, der FC St. Pauli kann auch anders. Der 2:1-Sieg gegen Abstiegskonkurrent SV Sandhausen wirkte im Vergleich zu dem Vorgänger vom vergangenen Sonntag souverän, mit dem vierten Erfolg in den vergangenen fünf Begegnungen verbesserten sich die Hamburger vorerst auf Tabellenplatz 13.

Guido Burgstaller erzielte dabei mit dem zwischenzeitlichen 2:0 seinen fünften Treffer im fünften Spiel in Folge. „Er bleibt ungemein wertvoll für uns“, lobte Timo Schultz seinen Mittelstürmer. Erleichtert fühlte sich St. Paulis Trainer schon vor dem Spiel. Der Nierenstein, der ihn seit dem vergangenen Wochenende plagte, war auf natürlichem Wege herausgespült worden.

Gegenüber dem spektakulären 4:3 in Heidenheim hatte Schultz seine Startformation nur auf einer Position verändert. Wie erwartet rückte Sebastian Ohlsson wieder auf seine Position als rechter Außenverteidiger, verdrängte damit Luca Zander. In der Innenverteidigung vertraute Schultz wie zuletzt auf Philipp Ziereis und James Lawrence. Der letzte Winterzugang, der Norweger Tore Reginiussen, war zwar erstmals im 20er-Kader, kam aber erst in den Schlussminuten zum Einsatz.

St. Pauli tut sich gegen Sandhausen lange schwer

Viel fehlte nicht, dass Burgstaller auch im dritten Spiel in Folge schon in der Anfangsphase den Führungstreffer erzielt hätte. Von Rodrigo Zalazar optimal bedient, legte er den Ball an Sandhausens Torwart Stefanos Kapino vorbei, wurde leicht abgedrängt, und so konnte sein Schuss noch von Alexander Rossipal auf der Torlinie per Kopfball gerettet werden (5. Minute).

Insgesamt tat sich St. Pauli danach schwer, seine spielerischen Vorteile in Torchancen umzumünzen. So musste Keeper Kapino nur zweimal sein Können aufbieten – bei einem Fernschuss von Rodrigo Zalazar (26.), und als kurz vor der Halbzeit Omar Marmoush links im Strafraum von Zalazar freigespielt wurde und den Ball nicht am Keeper vorbeilegen konnte. Zuvor war schon der Freistoß von Leart Paqarada nur knapp über das Tor gerauscht.

Auf der Gegenseite deuteten die Sandhäuser nur ansatzweise an, dass sie auch torgefährlich werden können, etwa beim Schuss von Kevin Behrens über das St.-Pauli-Tor (10.). Zur Pause wies die Statistik 9:4 Torschüsse (am Ende 17:8) und eine Ballbesitzquote von 58 Prozent für die Hamburger aus, die bis zum Abpfiff Bestand hatte.

Kyereh belohnt das Anrennen

Es sprach allerdings für die St. Paulianer, dass sie immer wieder versuchten, mit ihrem offensiven Kombinationsspiel gefährliche Angriffe vorzutragen und sich nicht auf lange, hohe Bälle verlegten, die gegen die großgewachsenen und robusten Sandhäuser ohnehin kaum erfolgversprechend gewesen wären. Von daher war es auch konsequent, dass Trainer Schultz die zweite Halbzeit weiter derselben Formation vertraute.

Diese zeichnete sich auch dadurch aus, dass sie defensiv sehr konzentriert arbeitete und immer wieder Bälle schon im Mittelfeld abfing. Obwohl St. Pauli zu Beginn des zweiten Abschnitts den Druck noch erhöhte, kam an Torschüssen zunächst nur ein harmloser Versuch von Innenverteidiger und Kapitän Philipp Ziereis zustande, der Kapino vor kein Problem stellte.

Die unermüdlichen Bemühungen wurden dann doch noch belohnt. Einen Torschuss von Marmoush wurde von der Sandhäuser Abwehr zum frei stehenden Finn Ole Becker abgefälscht, der den Ball zum ganz allein vor dem Tor stehenden Daniel-Kofi Kyereh weiterleitete, der den Ball nur noch zum 1:0 (67.) einschieben musste.

Kyereh: Es macht einfach Spaß

Als vier Minuten später auch noch Burgstaller einen Torschuss von Kyereh entscheidend zum 2:0 abfälschte, schien das Spiel entschieden. Doch es wurde noch eine Zitterpartie. Nach Dennis Diekmeiers weiter Flanke und Rossipals Direktschuss war Behrens in der Mitte zur Stelle und erzielte Sandhausens Anschlusstreffer (74.). Dabei blieb es, auch weil die Abwehr der Hamburger in der Schlussphase keine weiteren Möglichkeiten zuließ.

Auch das war in dieser Saison lange nicht so. "Es macht aktuell viel Spaß", sagte Kyereh nach dem Spiel: "Das beginnt schon beim Training, und auch neben dem Platz verstehen wir uns alle sehr gut. Das hat man in den letzten Spielen gesehen."

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