St. Pauli 1:1 in Würzburg

Benatelli beschert im Kellerduell einen Punkt für die Moral

| Lesedauer: 4 Minuten

Kapitän Knoll verursacht frühes 0:1 und sieht Gelb-Rot. Benatelli trifft in Unterzahl zum Ausgleich. Göttlich spricht über Schultz.

Hamburg. Das nennt man dann wohl einen Punkt für die Moral: Der FC St. Pauli kommt nach dem 1:1 (0:1) im Krisenduell bei den Würzburger Kickers zwar nicht weg von Abstiegsplatz 17, hält aber wenigstens den Vier-Punkte-Abstand auf das Tabellen-Schlusslicht. Und die Kiezkicker dürfen sich über die Belohnung ihres großen Kampfgeistes freuen, denn vor allem in der ersten Hälfte des Nachholspiels schien zunächst alles gegen die Mannschaft von Trainer Timo Schultz zu laufen.

Schon nach neun Minuten musste Svend Brodersen, der aufgrund der noch ausstehenden Spielgenehmigung für Neuzugang Dejan Stojanovic noch einmal das Tor hüten durfte, hinter sich greifen. Beim von Würzburgs Wintertransfer Marvin Pieringer ins linke obere Eck verwandelten Elfmeter war Brodersen allerdings ohne Abwehrchance. Zuvor war der Torschütze von Marvin Knoll von den Beinen geholt worden – St. Paulis Kapitän sah dafür die Gelbe Karte.

St. Paulis Kapitän Knoll sieht Ampelkarte

Nur zwei Minuten nach dem Rückstand hätte Daniel-Kofi Kyereh den Kiezclub um ein Haar wieder zurück ins Spiel gebracht, doch sein Abschluss landete nur am Pfosten und anschließend im Toraus. Nach 19 Minuten versäumte es wiederum Würzburgs Daniel Hägele, freistehend im Fünfmeterraum auf 2:0 zu erhöhen.

Aber auch St. Pauli boten sich weitere gute Gelegenheiten auf den Ausgleich, die vorerst beste setzte Youngster Igor Matanovic per Kopfball an die Latte (25.). Kurz vor der Pause dann der nächste Nackenschlag: Nach wiederholtem Foulspiel musste Knoll mit Gelb-Rot vorzeitig in die Kabine (41.).

Selbst St. Paulis Co-Trainer sieht Gelb

Schultz reagierte prompt und brachte mit Neuzugang Adam Dzwigala für Max Dittgen einen neuen Innenverteidiger. Ohne weitere personelle Veränderungen ging es dann in den zweiten Durchgang. Und in diesem belohnten sich die dezimierten Hamburger für ihren Kampfgeist: In der 57. Minute traf Rico Benatelli nach zuvor abgewehrtem Schuss von Finn Ole Becker zum Ausgleich.

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Für den Torschützen war seine Rückkehr an den Dallenberg – Benatelli spielte zwischen 2015 und 2017 für Würzburg – "auf jeden Fall was Spezielles". Der Mittelfeldspieler resümierte: "Es war gut und wichtig, dass wir zurückgekommen sind."

Göttlich spricht Schultz erneut Vertrauen aus

Am Ende brachten zehn tapfere St. Paulianer den Punkt auch durch eine vierminütige Nachspielzeit. Dass sich die Kiezkicker wehrten und die Einstellung stimmte, zeigte auch die Kartenstatistik: Neben dem Platzverweis für Knoll kassierten die Braun-Weißen fünf weitere Verwarnungen, darunter mit Fabian Hürzeler sogar auch einer der Co-Trainer. Negative Konsequenz: Außer Knoll ist im Nordderby gegen Holstein Kiel am Sonnabend (13 Uhr/im Liveticker auf abendblatt.de) auch Sebastian Ohlsson gelbgesperrt.

Apropos Trainerteam: Unmittelbar nach Schlusspfiff sprach Oke Göttlich Chefcoach Schultz erneut das Vertrauen aus. "Wir haben zu wenig Punkte, wir müssen viel mehr zeigen", sagte St. Paulis Präsident bei Sky: "Aber wir wollen weiter angreifen und so aggressiv auftreten, wie wir es hier in Unterzahl geschafft haben. Und zwar mit Timo Schultz, wir gehen den Weg mit ihm weiter."

Vor dem Spiel:

Vorerst wohl letztmals mit Svend Brodersen im Tor geht der FC St. Pauli den Kellergipfel in der Zweiten Bundesliga bei den Würzburger Kickers an.

Der als neue Nummer eins auf Leihbasis verpflichtete Österreicher Dejan Stojanovic steht wegen ausstehender Spielgenehmigung noch nicht im Kader. Als Ersatztorwart sitzt Dennis Smarsch auf der Bank.

St. Pauli: Neuzugang Marmoush auf der Bank

Offensivspieler Omar Marmoush, der am Dienstag auf Leihbasis vom VfL Wolfsburg verpflichtet wurde, steht zumindest als potentieller Einwechselspieler parat.

Die ursprünglich am 16. Dezember angesetzte Partie in Würzburg war wegen eines Corona-Falls bei den Franken kurzfristig abgesagt worden. Mit einem Sieg würde St. Pauli auf Relegationsplatz 16 springen.

Würzburger Blitz-Neuzugang im Kader

Bei Gegner Würzburg, mit vier Punkten abgeschlagenes Schlusslicht, hat Trainer Bernhard Trares den erst heute verpflichteten Mittelfeldspieler Martin Hasek zumindest in den Kader berufen.

"Martin ist ein dynamischer, kreativer und technisch versierter Mittelfeldspieler. Er wird uns verstärken und den Konkurrenzkampf weiter anheizen", sagte Trares über den Tschechen.

( HA/sid/dpa )

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