Kaderplanung

Waldemar Sobota verlässt den FC St. Pauli im Streit

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Mit 148 Pflichtspielen (15 Tore) ist Waldemar Sobota ausländischer Rekordspieler bei St. Pauli.

Mit 148 Pflichtspielen (15 Tore) ist Waldemar Sobota ausländischer Rekordspieler bei St. Pauli.

Foto: Witters

Auch Johannes Flum muss gehen. Derweil würde der ETV Co-Trainer Kandidat Loic Favé für den FC St. Pauli freigeben.

Hamburg.  Um Punkt 15 Uhr war das Kapitel FC St. Pauli für Waldemar Sobota (33) und Johannes Flum (32) endgültig beendet. Auf neun Zeilen verkündete der Kiezclub in einer Pressemitteilung, dass die beiden erfahrenen Profis, deren Verträge am 30. Juni ausgelaufen waren, kein neues Angebot erhalten werden. „Ich möchte mich bei ,Waldi‘ und ,Flumi‘ für ihren Einsatz für den Verein in den vergangenen Jahren bedanken.

Auf Grundlage der gemeinsamen Kaderanalyse mit Timo Schultz haben wir uns für eine Neuausrichtung auf den entsprechenden Positionen und gegen eine Verlängerung der ausgelaufenen Verträge entschieden. Ich wünsche beiden viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg“, ließ Sportdirektor Andreas Bornemann verlauten.

Misstöne bei Sobota-Berater und St. Pauli

Bei der Personalie Sobota gab es zuletzt Misstöne zwischen Marcin Balcer, dem Agenten des Polen, und dem FC St. Pauli. Noch im März war man sich über eine Vertragsverlängerung nahezu einig. Im Raum stand ein neues Arbeitspapier über zwei Jahre plus Option auf eine weitere Saison. Doch die Corona-Pandemie stellte auch die Fußballwelt auf den Kopf. Bei St. Pauli hieß es hinter vorgehaltener Hand, dass Sobota angeblich nicht bereit gewesen sei, auf Gehalt zu verzichten. Das wiederum verärgerte die Sobota-Seite massiv.

Gerade auf Bornemann war Agent Balcer nicht gut zu sprechen. Vor allem die Funkstille während der Corona-Zeit ärgerte den Berater. „Es ist ein bisschen verwunderlich, dass man mangelnde Kommunikation bemängelt. Von unserer Seite ist das Tischtuch nicht zerschnitten“, sagte nun Bornemann. Sobota sollen Angebote aus der Zweiten Liga sowie aus Polen vorliegen.

Flum verlässt St. Pauli im Frieden

Deutlich geräuschärmer lief der Abschied von Flum ab. Der Mittelfeldspieler, der seit seinem Wechsel im Januar 2017 immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, spielte in der vergangenen Saison kaum noch eine sportliche Rolle. Der technisch versierte, aber für das St.-Pauli-Spiel zu langsame Profi hat wie Sobota noch keinen neuen Club.

Unterdessen steht die Verpflichtung von Loic Favé (27) als neuer Co-Trainer unmittelbar bevor. Derzeit steht der Sohn einer französischen Mutter noch beim Eimsbütteler TV als Nachwuchskoordinator und A-Jugend-Bundesligatrainer unter Vertrag. Nach Abendblatt-Informationen besitzt der Fan des französischen Erstligaclubs Olympique Marseille dort ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. „Natürlich besitzt er noch einen Vertrag, der aufgelöst werden müsste“, sagt Frank Fechner, Vorsitzender des ETV. Ob es eine Ablösesumme oder ein Freundschaftsspiel als Kompensation gibt, wollte der ETV-Chef nicht sagen.

Auf einen langen Poker will sich der Hamburger Traditionsverein aber ohnehin nicht einlassen. „Wenn Loic zum FC St. Pauli wechseln sollte, werden wir ihm keine Steine in den Weg legen. Wir wissen, dass er ein großes Trainertalent ist. Das bietet ihm große Chancen. Dass Loic irgendwann den Schritt in den Profifußball macht, überrascht uns nicht“, sagt Fechner über das größte Trainertalent des ETV.

( ber/misch )

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