Zweite Liga

Trotz Corona: FC St. Pauli verkauft alle 15.500 Dauerkarten

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Der FC St. Pauli hat 15.500 Dauer- und Jahreskarten an seine Fans verkauft.

Der FC St. Pauli hat 15.500 Dauer- und Jahreskarten an seine Fans verkauft.

Foto: picture alliance

Die ungewisse Zuschauersituation schreckt die Fans nicht ab. Lediglich 100 Saison-Abos wurden nicht erneuert.

Hamburg.  Für die SPD-Politikerin Dagmar Freitag ist eine schnelle Rückkehr der Fans in die Bundesligastadien eher unrealistisch. „Zum jetzigen Zeitpunkt habe ich noch erhebliche Bedenken. Sport lebt von Emotionen, und die entladen sich in der Regel auch in gemeinsamem Jubel. Abstandsregeln spielen in solchen Momenten ganz sicher keine Rolle mehr“, sagte die Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag der „Rheinischen Post“.

Fritz Keller, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), lobt dagegen das bisher disziplinierte Verhalten der hiesigen Fußballfans. „Sie haben sich und andere nicht in Gefahr gebracht, vielmehr haben sie an vielen Orten mit begeisternden Initiativen Gutes für ihre Vereine und die Gesellschaft getan und es mit ihrem beispielhaften Verhalten letztlich ermöglicht, dass wir diese schwierige Saison sportlich zum Abschluss bringen können. Ich hoffe sehr, dass sie dafür schon bald mit der Rückkehr in die Stadien belohnt werden.“ An der schrittweisen Rückkehr der Fans in die Stadien werde mit Blick auf die kommende Saison weiter intensiv gearbeitet, hieß es am Freitag auch in einer Mitteilung des DFB. Vernunft, Verantwortung und der bestmögliche Schutz der Gesundheit für alle Beteiligten stehe dabei unverändert im Vordergrund.

Ticketabsatz hilft FC St. Pauli, die Liquidität über die Sommermonate zu sichern

Trotz der Ungewissheit, wann wieder Zuschauer ins Millerntor-Stadion, dürfen, hat der FC St. Pauli erneut 15.500 Dauer- und Jahreskarten an seine Fans verkauft. Lediglich 100 Anhänger haben ihr altes Saison-Abonnement nicht erneuert. Diese Tickets sollen später an jene Anhänger weitergeben werden, die auf der Warteliste des Vereins, die aktuell rund 12.000 Namen umfasst, ganz oben stehen. Allerdings erst dann, wenn feststeht, wann die neue Zweitligasaison beginnt und wie viele Zuschauer von den Gesundheitsbehörden im Stadion zugelassen werden. Bisher gibt es dazu von den Behörden keine konkreten Angaben. Von diesen Genehmigungen hängt maßgeblich ab, wann die sogenannten Saisonpakete, die 17 Einzelkarten in einem Booklet umfassen, sowie Tagestickets in den Verkauf gehen.

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Unterdessen hat der Kiezclub auf Abendblatt-Anfrage bestätigt, dass es noch keinen finalen Überblick darüber gibt, wie viele Anhänger ihr Geld für die vier Geister-Heimspiele der Vorsaison zurückfordern wollen. Noch immer haben sich nicht alle Kunden gemeldet. Das Recht auf eine Rückerstattung haben die Anhänger auch in der neuen Saison, sollten wegen der Corona-Pandemie weitere Geisterspiele angesetzt werden. Während Lokalrivale HSV noch auf den Verkauf von Dauerkarten verzichtet, verzeichnet St. Pauli dank des Ticketabsatzes einen nicht unerheblichen Millionen-Umsatz, der hilft, die Liquidität über die Sommermonate zu sichern.

( ber )

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