FC St. Pauli

Einzelkritik: Flum wieder eklig, Sobota erneut bester Mann

St. Paulis Johannes Flum befindet sich in starker Verfassung.

St. Paulis Johannes Flum befindet sich in starker Verfassung.

Foto: Axel Heimken / dpa

Schon im dritten Spiel nacheinander wurde den Kiezkickern ein Eckball des Gegners zum Verhängnis. Das Zeugnis der Spieler.

Hamburg. Für die Verantwortlichen und die Spieler des FC St. Pauli war es wie ein Déjà-vu. Wieder eine Ecke, wieder ein Gegentor. Der Treffer des Karlsruher SC durch Marvin Pourie in der Nachspielzeit zum 2:2-Endstand löste beim Hamburger Zweitligisten Frust und Wut aus. „Wir haben wieder ein Tor nach einem Eckball bekommen. Wir sind keine große Mannschaft, aber wir müssen im Duell Mann gegen Mann aggressiver sein“, klagte St. Paulis Doppeltorschütze Dimitrios Diamantakos.

Sportchef Andreas Bornemann stellte nüchtern fest: „In letzter Zeit haben wir immer Schwierigkeiten bei gegnerischen Standards. Am Ende kannst du froh sein, dass nicht noch das 2:3 fällt.“ Die Einzelkritik der St.-Pauli-Profis:

Himmelmann: Die Trainerschelte ließ sich der Torhüter nicht anmerken. Wenig geprüft, bei den Toren chancenlos.

Zander: Das war kein Bewerbungsspiel für weitere Einsätze. Gerade in der Endphase mit vielen unnötigen Fehlern und zu viel Passivität vor dem 1:2.

Östigard: Der 19-Jährige spielt wie ein Routinier. Dazu mit gutem Aufbauspiel. Der Norweger ist ein Glücksgriff.

Buballa: Unspektakulär, verlässlich, souverän. Der Kapitän hat kaum Leistungsschwankungen in seinem Spiel.

Penney (bis 29.): Erneut ein unglücklicher Auftritt des Engländers, der wegen Problemen im hinteren linken Oberschenkel früh das Feld verlassen musste.

Ziereis (ab 29.): 290 Tage nach seinem Kreuzbandriss feierte der Innenverteidiger sein Comeback. Und er spielte so, als wäre er nie weg gewesen.

Becker: Allein sein Traumpass auf Diamantakos (16.) war das Eintrittsgeld wert. Da kann man über die schwachen Standardsituationen hinwegsehen.

Flum: In einer zu braven Truppe hilft die ekelige Spielweise des Routiniers, der Gegnern und Schiedsrichter auf die Nerven geht. Wie im Pokal gegen Frankfurt am Rande eines Platzverweises.

Miyaichi: Was heißt „Hätte, hätte, Fahrradkette“ auf Japanisch? Hätte er aus fünf Metern zum 3:0 getroffen, hätte der Außenstürmer selbst eine mittelmäßige Leistung besser erscheinen lassen.

Möller Daehli (bis 86.): Fleiß war dem Norweger wieder nicht abzusprechen, bei Zielstrebigkeit, Durchsetzungsvermögen, Torgefahr hat er noch Potenzial.

Veerman (ab 86.): Comebacker Nummer zwei hätte sich eine schönere Rückkehr vorstellen können.

Sobota (bis 80.): Nahtlos knüpfte der Pole an seine starke Vorstellung gegen Frankfurt an. Spielfreude, vier Torabschlüsse und viel Tempo machten ihn zu St. Paulis bestem Spieler gegen den KSC.

Lankford (ab 80.): Ohne Wirkung.

Diamantakos: Der Grieche lieferte sich oft griechisch-römische Ringereinlagen mit seinen Gegenspielern, traf zweimal vom Elfmeterpunkt, vergab aber auch zwei Großchancen.

Die Statistik:

  • St. Pauli: Himmelmann - Zander, Östigard, Buballa, Penney (29. Ziereis) - Flum, Becker - Miyaichi, Möller Daehli (86. Veerman), Sobota (80. Lankford) - Diamantakos. - Trainer: Luhukay
  • Karlsruhe: Uphoff - Thiede, Gordon, Pisot, Roßbach (77. Camoglu) - Fröde (77. Fink), Kobald - Wanitzek, Lorenz - Choi (64. Pourie), Hofmann. - Trainer: Schwartz
  • Schiedsrichter: Christof Günsch (Berlin)
  • Tore: 1:0 Diamantakos (50., Foulelfmeter), 2:0 Diamantakos (61., Foulelfmeter), 2:1 Lorenz (85.), 2:2 Pourie (90.+1)
  • Zuschauer: 29.546 (ausverkauft)
  • Gelbe Karten: Flum, Buballa - Kobald, Fröde (3), Lorenz (3)
  • Torschüsse: 19:13
  • Ecken: 3:5
  • Ballbesitz: 56:44 %