In Stuttgart

FC St. Pauli verpasst Überraschung in letzter Minute

Marvin Knoll und Robin Himmelmann liegen am Boden: Stuttgarts González trifft in der Nachspielzeit.

Marvin Knoll und Robin Himmelmann liegen am Boden: Stuttgarts González trifft in der Nachspielzeit.

Foto: imago / Pressefoto Baumann

Die Kiezkicker machen ein starkes Spiel beim Bundesliga-Absteiger VfB Stuttgart, doch die Belohnung bleibt aus.

Stuttgart. Es lief bereits die Nachspielzeit, als der FC St. Pauli einmal nicht aufpasste und prompt um den Lohn der harten Arbeit gebracht wurde. Der eingewechselte Stuttgarter Nicolás González schlich sich Innenverteidiger Marvin Knoll davon und verwertete Sosas vors Tor geschlagene Flanke per Direktabnahme. Wegen einer möglichen Abseitsstellung wurde der Treffer noch einmal überprüft. Doch die Hoffnung des Kiezclubs löste sich schnell in Luft auf. Denn der Videokeller in Köln bestätigte das Tor und somit auch die 1:2-Niederlage der Hamburger beim VfB Stuttgart.

„Wir haben heute ein richtig gutes Spiel gemacht. Ich finde nicht, dass wir die Niederlage verdient haben", sagte Trainer Jos Luhukay. "Bei uns hat fußballerisch nicht alles geklappt, weil St. Pauli gut verteidigt hat. Aber wir haben nie aufgesteckt und viel Herz gezeigt", sagte VfB-Star Daniel Didavi.

Durch die vermeidbare Niederlage beim Bundesliga-Absteiger rutscht St. Pauli auf Platz 16 ab. Nach nur einem Punkt aus drei Spielen kann man zum jetzigen Zeitpunkt der noch jungen Saison von einem Fehlstart der Mannschaft von Trainer Luhukay sprechen.

Møller Dæhli schießt St. Pauli in Führung

Dabei sah es vor 53.315 Zuschauern lange Zeit nach einem im Vorfeld unerwarteten Punktgewinn der Hanseaten aus, die ohne "Schnecke" Kalla, den frisch gewordenen Vater einer Tochter antraten. St. Pauli brachte Stuttgart mit seiner Kompaktheit zur Verzweiflung und sorgte mit seinen Kontern immer wieder für Torgefahr. Bei einem dieser offensiven Vorstöße gelang auch die Führung durch den auffälligen Mats Møller Dæhli (18.), der von der starken Vorarbeit des Youngsters Christian Conteh profitierte.

Luhukay: Wir hätten vier Tore machen müssen

Anschließend erhöhte der VfB das Risiko, wodurch sich mehr Räume für St. Pauli ergaben. Die Kiezkicker blieben das gefährlichere Team, verpassten es aber, bei einer ihrer zahlreichen guten Situationen das zweite Tor zu erzielen. Und so geschah, was kommen musste: Erst erzielte Stuttgarts Kapitän Marc Oliver Kempf (60.) den Ausgleich mit einem Bauerntrick nach einer flach in den Strafraum getretenen Ecke. Dann traf González (90.) mitten ins Gäste-Herz.

"Wir werden in den kommenden Monaten nicht mehr so viele Chancen bekommen wie heute", sagte Luhukay kritisch über die Chancenverwertung. "Wir hätten das zweite, dritte und vielleicht auch vierte Tor machen müssen gegen die beste Mannschaft der Liga."

Deutlicher wurde sogar noch Abwehrspieler Knoll, der den Umgang mit den Tormöglichkeiten als "katastrophal" bezeichnete. „So viele Torchancen, wie wir sie heute hier hatten, werden wir in Stuttgart nie wieder bekommen. Wir müssen von hier etwas mitnehmen. Das tut unheimlich weh, dass uns das nicht gelungen ist."

Die Statistik

Stuttgart: Kobel - Stenzel, Kempf (73. Phillips), Badstuber, Sosa - Karazor - Ascacibar, Castro - Didavi - Gomez (51. Gonzalez), Al Ghaddioui (77. Klimowicz). - Trainer: Walter

St. Pauli: Himmelmann - Miyaichi, Carstens, Knoll, Buballa - Becker, Hoffmann - Lankford, Möller Daehli (63. Buchtmann), Conteh (77. Sobota) - Diamantakos (60. Gyökeres). - Trainer: Luhukay

Schiedsrichter: Guido Winkmann (Kerken)

Tore: 0:1 Möller Daehli (18.), 1:1 Kempf (60.), 2:1 González (90.)

Zuschauer: 53.315

Gelbe Karten: – Carstens, Sobota

Torschüsse: 14:15

Ecken: 4:9

Ballbesitz: 64:36 %