2. Bundesliga

Bittere Heimpremiere: St. Pauli verliert Spiel und Kapitän

Als wäre die 1:3-Niederlage gegen Greuther Fürth nicht schlimm genug: Christopher Avevor hat sich womöglich schwer verletzt.

Hamburg. Der FC St. Pauli gab zweieinhalb Mal so viele Torschüsse ab wie der Gegner, aber die drei Punkte holte sich die SpVgg Greuther Fürth. Die Franken haben am Freitagabend mit 3:1 (2:1) im ausverkauften Millerntor-Stadion gewonnen und damit den Norddeutschen einen Fehlstart in die Saison beschert. Nach dem 1:1 am vergangenen Montag bei Arminia Bielefeld warten die Kiezkicker weiter auf den ersten Sieg.

Vor 29.546 Zuschauern erzielten Daniel Keita-Ruel (17. Minute, 35.) und der frühere HSV-Profi Julian Green (70.) die Tore für Fürth. Dimitrios Diamantakos (45.) war der zwischenzeitliche Anschlusstreffer für St. Pauli gelungen. „Fürth war heute extrem effektiv“, sagte St. Paulis Trainer Jos Luhukay. „Aber kein Vorwurf an meine Mannschaft. Hätten wir mehr Glück gehabt, wären wir nicht ins Negative gekommen.“

Gemessen an der Offensivleistung hätte es an dem lauen Sommerabend einen Sieg für die Platzherren geben müssen. Diamantakos hatte zu Beginn der zweiten Halbzeit lediglich die Latte getroffen (47.), Jakub Bednarczyk (53.) und Ryo Myaichi (60.) vergaben ebenfalls beste Chancen.

St. Paulis Videowand zeigt minutenlang falsches Ergebnis

Doch die Defensive der Hamburger leistete sich einige Aussetzer. Nach dem frühen Ausscheiden von Innenverteidiger Christopher Avevor (20.), der sich unmittelbar vor dem Gegentor bei einem Zweikampf an der Mittellinie eine Wadenbeinverletzung zugezogen hatte und ins Krankenhaus gebracht werden musste, war die Abwehr nicht im Bilde. „Es war ein Schock für die Mannschaft, als Christopher verletzt liegengeblieben war, aber das Spiel weiterging“, betonte Luhukay. „Davon mussten wir uns erst mal erholen.“

Kurios, dass es laut Videowand im Stadion sechs Minuten lang 0:2 stand. Schiedsrichter Sven Jablonski hatte in der 29. Minute einen Treffer der Fürther zunächst gegeben, aber nach Intervention des Video-Assistenten zurückgenommen. Der korrekte Stand wurde den Zuschauern erst sechs Minuten später auf der Videotafel mitgeteilt. Das tatsächliche 0:2 lieferte dann erneut Keita-Ruel sechs Minuten später. Unbedrängt köpfte er den Ball wie im Training ins St.-Pauli-Tor.

Die Norddeutschen belohnten ihr Anrennen noch vor der Pause mit dem Anschlusstreffer, haderten nach Wiederanpfiff aber mit sich wegen den vergebenen klaren Chancen. Dagegen freute sich der Trainer der Fürther. „Schön, dass wir drei Treffer erzielt haben“, sagte Stefan Leitl. Nach dem 0:2 in der Vorwoche gegen Erzgebirge Aue habe es an den Vollstreckerqualitäten seiner Mannschaft arge Kritik in der Öffentlichkeit gegeben. „Das war eine gute Leistung meiner Mannschaft.“