Testspiel in Heerenveen

Diamantakos bewahrt St. Pauli vor verlorener Generalprobe

St.-Pauli-Stürmer Dimitrios Diamantakos (l.) versucht sich gegen Heerenveens Ibrahim Dresevic (M.) und Daniel Hoegh zu behaupten.

St.-Pauli-Stürmer Dimitrios Diamantakos (l.) versucht sich gegen Heerenveens Ibrahim Dresevic (M.) und Daniel Hoegh zu behaupten.

Foto: Andy Zuidema/Pro Shots / Witters

Nach schwachem Start steigert sich das Team von Jos Luhukay und verdient sich ein 1:1 in Heerenveen. Sorgen um Conteh.

Heerenveen. Es war eine Generalprobe, die dem FC St. Pauli wichtige Erkenntnisse für die letzten neun Tage bis zum Punktspielstart gab. Mit einem 1:1 (0:1) beim niederländischen Erstligisten SC Heerenveen schloss das Team von Trainer Jos Luhukay am Sonnabendnachmittag seine Serie von sechs Testspielen im Rahmen der Saisonvorbereitung ab. Nach einer schwachen ersten halben Stunde steigerte sich das Hamburger Team deutlich und hätte bei besserer Chancenverwertung am Ende auch gewinnen können.

„Wir hatten in den ersten 25 Minuten stimmten die Abstimmung und die Organisation nicht. Wir haben nicht nach vorne verteidigt, sondern sind zurückgelaufen“, kritisierte Luhukay nach dem Spiel den Auftritt seines Teams zu Beginn. „In der zweiten Halbzeit haben wir 35 Minuten lang das Spiel bestimmt, weil wir eine aggressivere Haltung gegen den Gegner und den Ball hatten. Wir haben dann auch die Schnelligkeit von Christian Conteh besser ausgenutzt“, sagte er weiter. „Es war ein lehrreicher Test für uns.“

Es dauerte keine zwei Minuten, bis sich das Team des FC St. Pauli im Rückstand befand. Nach einem missglückten Diagonalpass von Jan-Philipp Kalla trugen die Niederländer einen schnellen Angriff vor, den Daniel Buballa nur kurzzeitig unterbrechen konnte. Da sein Abwehrkollege Christopher Avevor nicht rechtzeitig reagierte, kam Heerenveens Hicham Faik zum Abschluss. Dessen 18-Meter-Schuss passte genau ins rechte untere Toreck – 0:1.

Diamantakos' erstes Tor zählt nicht

Es dauerte mehr als eine halbe Stunde, bis St. Pauli einigermaßen ins Spiel fand und zu Chancen kam. Die beste bot sich dem flinken Christian Conteh nach einem schönen Zuspiel des gut aufgelegten Finn Ole Becker. Sein Lupferversuch über Heerenveens Torwart Warner Hahn missglückte nur knapp, gerade eben kam Hahn noch mit einer Hand an den Ball und konnte ihn zur Seite ablenken (34.).

Eine Minute später brachte Conteh nach Zuspiel von Dimitrios Diamantakos den Ball sogar zum vermeintlichen Ausgleich im Tor der Niederländer unter, doch der Linienrichter entschloss sich in diesem Moment dann doch dazu, eine Abseitsstellung von Diamantakos beim Pass von Becker erkannt zu haben. Eine sehr späte und damit für St. Pauli unglückliche Entscheidung des Mannes an der Linie.

Keine Wahl hatten die Spielleiter, als nach einer Stunde erneut Conteh, von Becker per Steilpass in Szene gesetzt, in den Strafraum eindrang und dort von Sherel Floranus gefoult wurde. Den fälligen Strafstoß verwandelte Dimitrios Diamantakos zum verdienten 1:1 (63.). Conteh allerdings war beim Foul so schwer am Fuß getroffen worden, dass er kurz danach ausgewechselt werden musste. Für ihn kam Aurel Loubongo auf das Feld.

Sorgen um Conteh

„Wir müssen abwarten, wie schwer die Verletzung bei Christian ist. Hoffentlich ist nichts Schlimmeres passiert. Im Training hatte sich ja schon Luis Coordes auch am Sprunggelenk verletzt. Die beiden sind unsere schnellsten Spieler. Sie sind eine seriöse Option für die Startelf auch in einem Zweitligaspiel“, sagte Luhukay.

Der Trainer hatte wie schon zuletzt beim 1:0 bei Weiche Flensburg den Norweger Leo Östigard in die Startelf als Innenverteidiger neben den neuen Kapitän Christopher Avevor beordert. Diesmal aber spielte der 19-Jährige nur bis zur Halbzeitpause. Danach rückte Marvin Knoll aus dem defensiven Mittelfeld zurück auf die Innenverteidigung, und Marc Hornschuh übernahm die Position des „Sechsers“. „Marvin hat in der zweite Halbzeit deutlich besser als in der ersten gespielt. Auch Marc hat mir gut gefallen und hatte an unserer guten Vorstellung in der zweiten Halbzeit einen wichtigen Anteil“, sagte Luhukay.

Bis zum ersten Punktspiel am 29. Juli (20.30 Uhr) bei Arminia Bielefeld bleibt noch eine gute Woche Zeit, um daran zu feilen, eine Schwächephase wie zu Beginn in Heerenveen zu vermeiden. Nicht immer wird es gelingen, eine Niederlage zu vermeiden, wenn man früh in Rückstand gerät.

FC St. Pauli: Himmelmann – Kalla (46. Park), Avevor, Östigard (46. Hornschuh), Buballa – Knoll – Miyaichi (76. Sahin), Becker (76. Sobota), Möller Daehli (46. Buchtmann), Conteh (65. Loubongo) – Diamantakos (69. Lankford).