USA-Reise

Allaguis letztes Tor für St. Pauli und ein singender Präsi

Sami Allagui schoß sein letztes Tor für St. Pauli in den USA.

Sami Allagui schoß sein letztes Tor für St. Pauli in den USA.

Foto: TimGroothuis / WITTERS

2:0-Sieg gegen den FC Buffalo zum Abschluss der USA-Reise. Kleinere Delegation des Clubs besucht noch weitere Sponsoren.

Buffalo. Zur Krönung des Tages trat der Präsident auf die Bühne. Mit Justus Peltzer vom Fanladen des FC St. Pauli sang Oke Göttlich auf der Supporters Night in Buffalo beim Karaokewettbewerb, während sich Spieler und Delegationsmitglieder auf dem Parkett versammelt hatten, um mitzuerleben, wie sich ihr Mann von der Vereinsspitze im Town Ballroom am Mikrofon schlägt. Um es vorwegzunehmen: Es war eine gelungene Aufführung am Abend vor dem Rückflug nach Deutschland.

Eine solche war am Nachmittag auch der Mannschaft St. Paulis im letzten Spiel der Saison mit dem 2:0-Erfolg auf dem gewöhnungsbedürftigen Kunstrasenplatz der Bennett High School von Buffalo halbwegs gelungen. Gegen den FC Buffalo gab es einen verdienten 2:0-Erfolg. Dabei hatte Stürmer Sami Allagui in seiner letzten Halbzeit für St. Pauli sein Team in der 9. Spielminute in Führung gebracht, als er eine Flanke des ebenfalls als Abgang feststehenden Mittelfeldspielers Richard Neudecker per Kopf verwandelte. Der zweite Treffer gelang vor den Augen seiner aus Virginia angereisten Tante Offensivspieler Kevin Lankford nach einem Konter (48.).

Keinen sportlichen Wert

Hatte zwei Tage zuvor beim 1:2 im Freundschaftsspiel bei New York Cosmos noch Torwart Svend Brodersen am Ende einen Einsatz als Stürmer bekommen, stand der 22-Jährige diesmal über 90 Minuten an seinem gewohnten Arbeitsplatz. Dafür durfte sich Keeper Nummer drei, Korbinian Müller, in seinem ebenfalls letzten Spiel für St. Pauli für ein paar Minuten als Stürmer versuchen. Eine nur knapp verpasste Flanke war dabei seine auffälligste Szene. Nennenswerten sportlichen Wert hatte auch dieses Match wegen der zahlreichen fehlenden Akteure und des unterklassigen Gegners nicht. Das war aber bei dieser Saisonabschlussreise auch nicht die Intention gewesen. Irgendwie passte dazu, dass auf einem Footballfeld gespielt wurde, das neben Fußball auch noch für Lacrosse­ genutzt wird. Entsprechend viele Markierungen waren auf dem Kunstrasen zu sehen, wobei die Linien für Fußball gelb waren.

Auf der mit 1500 Besuchern gut gefüllten Tribüne lieferten sich derweil die Anhänger des FC Buffalo und des FC St. Pauli friedlich einen gesanglichen Wettstreit. An den Oberkörpern der sonstigen Zuschauer waren aber auch noch andere Trikots zu entdecken – bei einem etwas fülligen Amerikaner etwa eines von Werder Bremen mit dem Namenszug Özil auf dem Rücken. Ein kleiner Balljunge trug derweil ein Shirt des FC Bayern – wahrscheinlich nicht ahnend, dass sein Lieblingsclub zeitgleich im fernen Berlin DFB-Pokalsieger wurde.

Touri-Ausflug zu den Niagara-Fällen

Am Abend gehörten der ausgewiesene Basketballfan Marvin Knoll, Torwart Robin Himmelmann und Außenverteidiger Daniel Buballa zu den Glücklichen, die bei der teaminternen Auslosung eines von sechs Tickets für das Spiel der Toronto Raptors gegen die Milwaukee Bucks im Play-off-Halbfinale der NBA ergattern konnten. Sie erlebten im Air Canada Center von Toronto eine gelungene Aufholjagd des Heimteams, das 100:94 gewann und damit als erstes kanadisches Team das NBA-Finale erreichte. Ihre Teamkollegen verfolgten das Spiel auf einem großen Bildschirm während der Supporters Night im Town Ballroom, ehe sie sich in den Nebenraum begaben, um besagten Auftritt ihres Vereinspräsidenten mitzuerleben.

Am Sonntagmorgen verließ der Tross schon gegen 9 Uhr Ortszeit im schwarzen Teambus mit dem großen Totenkopf an beiden Seiten Buffalo, um an den nahe gelegenen Niagarafällen einen touristischen Zwischenstopp einzulegen. Danach ging es dann nach Toronto, wo um 18.20 Uhr die Lufthansa-Maschine nach Frankfurt abhob. Die Ankunft in Hamburg ist am heutigen Montag für 11.05 Uhr geplant.

Für neun Mitglieder der Delegation ging es allerdings noch nicht in die Heimat. Angeführt von Präsident Göttlich führt sie der Weg noch über Nashville nach Lynchburg im US-Bundesstaat Tennessee, um dort dem nach 19 Jahren zurückgewonnenen Sponsor Jack Daniel’s einen Besuch abzustatten.