FC St. Pauli

Buchtmann hofft, dass seine Kollegen verlängern

Christopher Buchtmann (26) ist seit 2012 Mittelfeldspieler beim FC St. Pauli.

Christopher Buchtmann (26) ist seit 2012 Mittelfeldspieler beim FC St. Pauli.

Foto: Witters

St. Paulis torgefährlicher Mittelfeldspielerist wieder fit und setzt für die kommende Saison darauf, dass „der Kern zusammenbleibt“.

Hamburg.  Als sich Christopher Buchtmann im jüngsten Zweitligaspiel des FC St. Pauli vor rund eineinhalb Wochen gegen den 1. FC Heidenheim (1:1) gerade einmal sieben Minuten nach der Halbzeitpause auswechseln ließ und sich dabei an den rechten, hinteren Oberschenkel fasste, war Schlimmstes zu befürchten. Die starke Zerrung, die gerade ausgeheilt schien, war offenbar wieder aufgerissen. Eine längere Pause war augenscheinlich unvermeidbar.

Wer Buchtmann aber am Montag und Dienstag dieser Woche im Training des Zweitligavierten sah, wähnte sich als Zeuge einer Wunderheilung. „Bei einer bestimmten Bewegung hatte ich das Gefühl, dass die alte Verletzung wieder aufgebrochen ist. Es war aber nur ein eingeklemmter Nerv an der Lendenwirbelsäule, der auch ein Zwicken im Oberschenkel verursacht hatte“, klärt der 26-Jährige die Auswechslung gegen Heidenheim auf. „Dieses Zwicken spüre ich manchmal auch jetzt noch, ich muss mich aber einfach nur freilaufen“, sagt er weiter – ein hübsches Wortspiel. Geholfen habe ihm auch in diesem Fall der Spezialist Ralph Frank in Unterhaching, bei dem er schon bei seiner Schambeinentzündung in der vergangenen Saison in Behandlung war.

Ersetzt Buchtmann den gelbgesperrten Flum?

Buchtmann wird damit für das Auswärtsspiel St. Paulis am Sonntag (13.30 Uhr) bei Jahn Regensburg zur Verfügung stehen. Dabei kommt für ihn neben der „Zehner“-Position auch in Betracht, den gelbgesperrten Johannes Flum als zentral-defensiven Mittelfeldspieler zu ersetzen. „Beides ist mir recht. Ich möchte nur gern oft den Ball bekommen“, sagt er dazu.

Für einen neuen Vertrag muss sich Christopher Buchtmann unterdessen nicht mehr empfehlen, denn schon vor geraumer Zeit hat er dem Werben von Sportchef Uwe Stöver nachgegeben und ein Arbeitspapier unterschrieben, das sogar bis Mitte 2022 gültig ist. „Am Ende der Laufzeit bin ich 30 Jahre alt und dann auch zehn Jahre hier“, schaut der gebürtige Mindener in die Zukunft. „Ich weiß, wohin ich gehöre.“

Buchtmann hatte auch andere Angebote vorliegen

So ganz selbstverständlich war seine Entscheidung keineswegs. Kämpferisch starke und gleichzeitig torgefährliche Mittelfeldspieler sind begehrt. Es sei ja auch nicht so gewesen, dass er keine anderen Angebote vorliegen hatte, lässt Buchtmann durchblicken.

Von allen Spielern des Millerntor-Clubs, deren Vertrag im kommenden Sommer ausläuft, haben sich bisher nur Yi-young Park, Svend Brodersen und eben Buchtmann von einer Verlängerung überzeugen lassen. Bei 14 weiteren Profis steht die Entscheidung noch aus, zum Beispiel betrifft dies Torwart Robin Himmelmann und die derzeitige Stamm-Viererabwehrkette mit Jeremy Dudziak, Philipp Ziereis, Christopher Avevor und Daniel Buballa. Bisher hat sich die Hoffnung, Buchtmanns langfristiges Bekenntnis zu St. Pauli werde eine Signalwirkung für die anderen Leistungsträger haben, nicht bewahrheitet.

Auch Buchtmann selbst würde es gern sehen, in der kommenden Saison möglichst viele bekannte Gesichter um sich herum zu haben. „Wenn der Kern zusammenbleibt, ist das immer gut für die Truppe. Jeder weiß, wie der andere tickt – auf und neben dem Platz. Wir haben jetzt einen richtig guten Teamgeist. Wir stehen da oben, weil jeder für jeden kämpft“, sagt Buchtmann.

Ein generelles Rauchverbot im Millerntor-Stadion wird in einem Antrag für die Mitgliederversammlung am 4. Dezember gefordert.