Zweite Bundesliga

St. Pauli kämpft gegen Sexismus am Millerntor

Eine Tänzerin mit einem Fanschal des FC St. Pauli (Archiv)

Eine Tänzerin mit einem Fanschal des FC St. Pauli (Archiv)

Foto: Imago/Eduard Bopp

Kiezclub entwirft Broschüre mit Protestorganisation Pinkstinks. Für Sponsoren gibt es künftig klare Richtlinien.

Hamburg. Der FC St. Pauli kämpft gegen den Sexismus in Fußballstadien. Gemeinsam mit der Protestorganisation Pinkstinks hat der Zweitligist eine Broschüre entwickelt, die sich in erster Linie an Werbepartner und Sponsoren des Clubs richtet. "Darüber hinaus wollen wir aber auch die Diskussion bei allen Stadionbesucherinnen erneut anstoßen", sagte Club-Präsident Oke Göttlich: "Denn auch wir beim FC St. Pauli müssen uns bei den Themen Sexismus und Homophobie gerade im Spannungsfeld dieses besonderen, heterogenen Stadtteils und trotz klarer Regelungen in unserer Stadionordnung ständig hinterfragen und ein Zeichen gegen Ausgrenzung und Abwertung von Menschen senden."

Hier geht es zur Broschüre

Nach eigenen Angaben ist der Club damit der "erste Verein Deutschlands, der mithilfe einer klaren Richtlinie sexistischer Diskriminierung auch im Bereich der Vermarktung die Rote Karte zeigt“.

Sexistische Werbung soll verbannt werden

Künftig soll aus dem Millerntor-Stadion Werbung verbannt werden, die Menschen als sexuelle Gebrauchsgegenstände darstellt oder ihnen aufgrund ihres Geschlechtes bestimmte Rollen zuordnet. In der Broschüre werden mehrere Beispiele gezeigt. "Uns als Verein ist es wichtig, hier noch einmal mit Nachdruck klare und nachvollziehbare Regeln gegen Sexismus im Stadion festgelegt zu haben, die zukünftig für Partner und Sponsoren gelten sollen", sagte Göttlich.

Die Initiative gelte als Selbstverpflichtung, "als Sportverein in Zukunft noch klarer und konsequenter für eine bunte, tolerante Welt einzustehen", heißt es in einer Pressemitteilung. Im Jahr 2010 hatte es in dem Kiezclub eine Debatte um Striptease-Tänzerinnen gegeben, nachdem in einer Loge des Millerntorstadions leicht bekleidete Frauen an Stangen getanzt hatten. Zu dem Mieterkonsortium gehörte auch der Amüsierbetrieb "Susis Showbar". Solche Szenen dürften durch die neue Anti-Sexismus-Kampagne in Zukunft endgültig der Vergangenheit angehören.