Zweite Liga

Trotz Verpflichtung von Thy: St. Pauli muss nachrüsten

Lennart Thy muss nach Ende der laufenden Spielzeit zurück nach Bremen

Lennart Thy muss nach Ende der laufenden Spielzeit zurück nach Bremen

Foto: TimGroothuis / WITTERS

Der Neuzugang ist eine kurzweilige Soforthilfe. Der Sturm des Kiezclubs ist quantitativ zwar gut besetzt. Aber es mangelt an Qualität.

Hamburg.  „Wiedersehen macht Freude“ – eine Redewendung, die in Hinsicht auf die Rückkehr von Lennart Thy zum FC St. Pauli doppeldeutig interpretiert werden kann. Lässt man die eigentliche Bedeutung des Sprichwortes außen vor, kann zweifelsfrei behauptet werden, dass die Freude beim Kiezclub über das schnelle Wiedersehen mit Thy riesig ist. „Das hätten beide Seiten so auch nicht gedacht. Alles ist nun aber sehr schnell gegangen“, sagt Thy.

Erst im Sommer wechselte der Stürmer, der vier Jahre lang Leistungsträger am Millerntor war, ablösefrei zu Werder Bremen, erhielt dort einen Vertrag bis 2019. Weil der 24-Jährige sich in der Offensive nicht gegen Konkurrenten wie Max Kruse und Serge Gnabry behaupten konnte, ging Bremen ein Leihgeschäft bis zum Saisonende mit St. Pauli ein.

Neuzugang ist nur kurzweilige Soforthilfe

Allerdings ohne Kaufoption. Wenn die laufende Spielzeit beendet ist, muss Thy zurück nach Bremen. Ohne Widerrede. Wenn jemand etwas verliehen hat, will er es zurückhaben. Das ist es, was die Redewendung „Wiedersehen macht Freude“ eigentlich meint. Der Neuzugang ist nicht mehr als eine kurzweilige Soforthilfe, aber im Abstiegskampf überlebenswichtig für das Zweitligaschlusslicht.

„Als ehemaliger Kiezkicker liegt es mir natürlich besonders am Herzen, dass St. Pauli die Klasse hält. Dafür wurde ich geholt“, sagt Thy, der in der Hinrunde die Spiele der Hamburger im Fernsehen verfolgt hat, wenn er nicht gerade für Bremen im Einsatz war.

Merchandising: Aus St. Pauli in die ganze Welt

St. Pauli stellt gemeinsam mit Kaiserslautern und Karlsruhe die schlechteste Offensive der Liga (elf Tore). Die Verpflichtung eines neuen Angreifers war zwingend notwendig. Auch vor dem Hintergrund, dass bis Donnerstag nicht klar war, ob Aziz Bouhaddouz Anfang des nächsten Jahres mit dem marokkanischen Nationalteam zum Afrika Cup nach Gabun reisen würde. Die Nicht-Nominierung seines besten Torschützen (fünf Tore) spielt St. Pauli in die Karten. Bouhaddouz und Thy können ein vielversprechendes Sturmduo bilden.

Mit der Verpflichtung von Thy erhöht St. Pauli den Druck auf die bislang enttäuschenden Stürmer Marvin Ducksch und Fafá Picault. Auch wenn die Hamburger mit nun fünf Offensiven quantitativ gut besetzt sind, muss mit Qualität nachgerüstet werden.