FC St. Pauli

Eine Niederlage, die Mut macht – Lienen gerät ins Schwärmen

„Fafa'' Picault war einer der Aktivposten beim FC St. Pauli

„Fafa'' Picault war einer der Aktivposten beim FC St. Pauli

Foto: ThorstenWagner / WITTERS

Der Saisonauftakt brachte die Erkenntnis, dass die Hamburger spielerisch mit dem Aufstiegsfavoriten auf Augenhöhe sind.

Hamburg. Zwei unglückliche Gegentore brachten den FC St. Pauli um den Auftaktsieg. Auch wenn das 1:2 beim VfB Stuttgart am Montagabend kein erfreuliches Ergebnis war: Die spielerische Leistung machte Mut. In der ersten Halbzeit waren die Hamburger dem Aufstiegsfavoriten der 2. Bundesliga überlegen.

Trainer Ewald Lienen machte seiner Mannschaft daher keine Vorwürfe: „Ich bin absolut einverstanden mit der gezeigten Leistung. Wir haben das Spiel über weite Strecken dominiert. Ich habe selten einen unverdienteren Sieg gesehen.“ Auch Stuttgarts Trainer Jos Luhukay zollte den Hanseaten Respekt: „St. Pauli hat eine sehr stabile Mannschaft, die gut strukturiert und geordnet ist. Das war ein glücklicher Sieg für uns“.

Lienen erklärt Auswechslungen der beiden Besten

Auffälligster Spieler im braunen Trikot war Stürmer-Neuzugang Aziz Bouhaddouz. Vor gut einer Woche traf er bereits beim Testspiel gegen Europa-League-Sieger FC Sevilla. Nun gelang ihm das Führungstor in Stuttgart, zudem traf er einmal den Pfosten. Der abschlussstarke, körperlich sehr präsente Bouhaddouz und sein schneller Sturm-Kollege Fifa Picault harmonieren schon gut miteinander.

Einzelkritik: Bouhaddouz verpasst Entscheidung

Lienen sagte bei Sport1: „Solange sie Kraft hatten, haben sie gut gespielt. Leider lief die Saisonvorbereitung für beide nicht gut. Wären sie topfit, hätte ich sie nicht auswechseln müssen“. Immerhin: Der Trainingsrückstand dürfte in den kommenden Wochen aufgeholt sein. Dann könnte St. Pauli für ein echtes Sturm-Gewitter sorgen.

Lienen: Startelf nicht in Stein gemeißelt

Überhaupt hält Lienen den Kader für stärker als in der vergangenen Saison: „Wir haben nun mehr potenzielle Stammspieler. Wenn die meisten Spieler fit sind, sind viele Positionen heiß umkämpft“. In Stuttgart mussten zum Beispiel Kapitän Sören Gonther und Außenverteidiger Marc Hornschuh auf die Ersatzbank. Letzterer war vergangene Saison noch der große Aufsteiger.

Nicht auszuschließen, dass es bereits beim ersten Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig Veränderungen gibt. Lienen möchte den internen Konkurrenzkampf ordentlich anheizen: „Wenn ich jemanden aufstelle, ist das kein Evangelium. Jeder ist dazu eingeladen, sich aufzudrängen“.

Die Spieler jedenfalls wollen sich von der unglücklichen Niederlage nicht entmutigen lassen. Torwart Robin Himmelmann sagt: „Es ist nicht schlecht, dass wir am Sonnabend direkt wieder spielen. Wir wollen gegen Braunschweig die Mentalität und Stärke wieder zeigen, die wir hier in Stuttgart auf den Platz gebracht haben“.