Stanislawski und die „Höllenhunde“

St. Paulis Kultfigur fiebert dem Abschiedsspiel für Ex-Kapitän Fabian Boll am 11. Oktober entgegen

Hamburg. Holger Stanislawski, permanent im Fokus von drei TV-Kameras, stand am Rande des Kunstrasenplatzes, beobachtete mit einem Schmunzeln das Geschehen auf dem Grün und rief plötzlich: „Hey, Klaus-Peter, mach nur eine halbe Stunde, ich muss wieder zurück an die Käsetheke.“ Am Donnerstagmorgen kämpfte ein Quartett aktiver und ehemaliger Amateurkicker auf dem Trainingsgelände des FC St. Pauli darum, einen Platz im Team „Höllenhunde“ beim Abschiedsspiel für Ex-Kapitän Fabian Boll, 35, zu ergattern. St. Paulis Kultfigur Stanislawski, 45, ehemals Spieler, Vizepräsident, Sportchef und Erfolgstrainer sowie künftig Supermarktchef wird bei dem Spiel am 11. Oktober (15.30 Uhr) die „Höllenhunde“ coachen, gemeinsam mit dem von ihm angesprochenen Ex-Torwarttrainer Klaus-Peter Nemet.

Gegner wird die aktuelle Zweitligamannschaft des FC St. Pauli sein. „Schau gut hin, hier kannst du noch was lernen“, flachste Stanislawski in Richtung des derzeitigen Co-Trainers Timo Schultz, der selbst unter Stanislawski gespielt hatte. „Wenn ich sehe, wie du die Hütchen aufgestellt hast, weiß ich schon wieder, was gleich kommt“, antwortete Schultz schlagfertig.

Aufmerksame Betrachter des Geschehens waren auch die ehemaligen St.-Pauli-Profis Morike Sako, Carsten Rothenbach und Marvin Braun sowie natürlich der aktuelle St.-Pauli-Trainer Thomas Meggle, 39, der unter Stanislawski gespielt und auch als Co-Trainer gearbeitet hat. Sie alle werden am Abschiedsspiel unter den Titel „Bollzen“ teilnehmen und dabei gegen die aktuelle Zweitligamannschaft spielen. „Es wird ein einmaliges Erlebnis werden. In dieser Besetzung werden die vielen ehemaligen St. Paulianer sicher nie wieder zusammenspielen“, sagte Stanislawski, der sich gern an den Charakter der Mannschaft erinnert, die er in der damals drittklassigen Regionalliga übernommen und in die zweite sowie später in die erste Bundesliga geführt hatte.

Kurzfristig sagten auch der zuletzt von St. Pauli zu Werder Bremen gewechselte Fin Bartels sowie der jetzt in Mönchengladbach spielende Max Kruse, gerade Siegtorschütze gegen den HSV, für Bolls „Höllenhunde“-Team zu. Geleitet wird das Spiel von Zweitliga-Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus, die ebenso wie Boll bei der Polizei beschäftigt ist. „Wir gehören ja zu einer gesellschaftlichen Randgruppe“, scherzte Boll. Er und sein Team werden in einem Trikot auflaufen, in das Bilder aus Bolls Karriere eingewebt sind. Tickets kosten zwischen neun und 30 Euro und können online und im Kartencenter des FC St. Pauli erworben werden.