Menschlich gesehen

Platzreife

Er passt so gar nicht in das weit verbreitete Klischee eines Profifußballers. Keine auffällige Kleidung, keine extravaganten Frisuren, kein Sportwagen. Nein, Markus Thorandt, 33, kommt eher bescheiden daher. Na gut, ein Tattoo ziert auch seinen Oberarm, hier passt er dann doch ins Muster. Doch so beinhart, wie er für den FC St. Pauli verteidigt, so ruhig gibt sich der gebürtige Augsburger privat.

Er ist kein Wandervogel dieser schnelllebigen Branche. Beim FC Augsburg ausgebildet, schaffte er dort auch den Sprung ins Profigeschäft, 2006 zog es ihn zu den Münchner Löwen, ehe er 2009 in Hamburg landete – drei Vereine in 14 Jahren. Seit dem Karriereende von Fabian Boll in diesem Sommer ist er der älteste Profi des Kiezclubs. „Das ist schon etwas komisch, ich fühle mich noch gar nicht so alt“, sagt er.

Für die Zeit nach der Sportlerlaufbahn sorgt Thorandt dennoch schon vor. An der Fernuniversität Wismar studiert er Sportmanagement im vierten Semester, will in spätestens zwei Jahren den Bachelorabschluss erwerben. Das vergangene Semester hat der Modellathlet jedoch ausgelassen. Vor 13 Monaten brachte Ehefrau Martina, mit der er seit drei Jahren verheiratet ist, den ersten Sohn zur Welt. Seither verbringt der Familienmensch jede freie Minute mit dem Nachwuchs in Eimsbüttel. „Mein Hobby ist die Familie, für mehr bleibt auch keine Zeit“, sagt Thorandt kurz und knapp.