Montagsspiel gegen Union

St. Pauli will unbedingt die Topteam-Bilanz aufbessern

Vor dem Heimspiel gegen Union Berlin hat der FC St. Pauli die schwächste Bilanz gegen die direkten Konkurrenten. Die Spielweise der Hauptstädter könnte den Hamburgern entgegenkommen.

Hamburg. Ein volles Millerntor-Stadion, Flutlicht, Liveübertragung auf einem frei empfangbaren Fernsehsender, und auf dem Platz zwei Mannschaften aus der Spitzengruppe der Zweiten Liga, die dank ihrer jüngsten Siege viel Selbstvertrauen besitzen – besser könnten die Voraussetzungen für das Heimspiel des FC St. Pauli an diesem Montag (20.15 Uhr, Sky und Sport 1live) kaum sein. Doch so groß die Vorfreude bei den St. Paulianern auf dieses Fußballfest zweier spezieller Clubs im heimischen Stadion grundsätzlich auch ist, so sehr schwingt doch auch ein gewisses Unbehagen mit.

Dies liegt zum einen an der Heimschwäche der Mannschaft von Trainer Roland Vrabec in dieser Saison. Drei Heimniederlagen in Folge, ohne dabei einen einzigen Treffer zu erzielen, haben Spuren hinterlassen. Hinzu kommt die bisher in der aktuellen Spielzeit mäßige Bilanz gegen die anderen Spitzenteams der Zweiten Liga. Wie die Spezialtabelle zeigt, haben die Kiezkicker in den direkten Vergleichen gegen die anderen Mannschaften, die einen der ersten sieben Tabellenplätze belegen und mithin Aufstiegschancen besitzen, lediglich vier Punkte erkämpft und damit nur 0,571 Zähler pro Partie. Dies ist der schlechteste Wert unter den Top sieben.

Lediglich im Auswärtsspiel bei Greuther Fürth gab es einen Sieg (4:2), dazu kam am zweiten Spieltag ein 0:0 beim Karlsruher SC, also ebenfalls auf fremdem Platz. Ansonsten verlor der FC St. Pauli alle übrigen fünf Matches gegen die anderen Spitzenmannschaften, davon alle drei im Millerntor-Stadion, sowie in Kaiserslautern (1:4) und auch in der Hinrunde beim aktuellen Gegner 1. FC Union Berlin (2:3).

Bemerkenswert ist, dass der 1. FC Kaiserslautern, der in der Gesamttabelle nach drei Niederlagen in Folge nur noch Platz sieben belegt, im Vergleich der sieben Topmannschaften untereinander mit einem Schnitt von 1,75 Punkten pro Spiel die Nummer eins vor Greuther Fürth (1,67) ist. Während die Lauterer in den bisher acht Partien gegen die Aufstiegskonkurrenten 14 Punkte sammelten, kamen allerdings in den 15 Spielen gegen die Teams auf den Plätzen acht bis 18 nur 20 Zähler dazu. Dies ist denn auch der schlechteste Wert der Topteams und erklärt, warum der FCK inzwischen fünf Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat.

Unions Spielweise könnte St. Pauli entgegenkommen

Ganz anders der FC St. Pauli: 31 Punkte kamen in den bisher 15 Partien gegen die elf unteren Mannschaften zusammen, darunter schon jeweils sechs gegen 1860 München und Dynamo Dresden. Das ist der Bestwert unter den Topmannschaften und hat bisher die Chance der Hamburger erhalten, Kontakt zu den Aufstiegsplätzen zu halten.

Damit dies so bleibt, müsste an diesem Montag aber die Heimschwäche abgelegt und auch gegen den Tabellennachbarn Union gepunktet werden. Die entsprechende Zuversicht ist nach dem Auswärtssieg vor gut einer Woche bei Dynamo Dresden jedenfalls vorhanden. „Wir haben uns sehr selbstkritisch Gedanken darüber gemacht, was wir verändern müssen. Aber es ist nicht so, dass bei uns jetzt Angst oder Zweifel vorherrschen. Vielmehr wissen wir, dass wir es besser können als zuletzt. Jetzt wollen wir zu Hause das auf den Platz bringen, was wir auswärts zeigen“, sagte Trainer Vrabec am Sonntag.

Dabei könnte es den Kiezkickern entgegenkommen, dass Union Berlin offensiver ausgerichtet ist als viele Teams, die zuletzt im Millerntor-Stadion antraten und mit einer massiven Defensive den St. Paulianern das Leben schwermachten. „Zumindest in der Theorie kann man sich vorstellen, dass es für uns besser läuft, wenn wir mehr Räume bekommen, weil der Gegner offensiver ist. Doch von selbst geht es nicht. Wir werden dieselbe Leistung und Form zeigen müssen wie beim Sieg in Dresden und das ganze Potenzial abrufen, das in uns steckt“, sagt Vrabec.

Schmerzlich vermissen werden der Trainer und die Fans allerdings Mittelfeldspieler Christopher Buchtmann, der sich bekanntlich beim Training einen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich zugezogen hatte und wohl auch in den kommenden Partien beim FSV Frankfurt und bei Fortuna Düsseldorf fehlen wird. Wie im jüngsten Heimspiel gegen Bochum (0:1), als Buchtmann wegen einer Gelbsperre zuschauen musste, wird voraussichtlich Tom Trybull die Rolle des „Sechsers“ übernehmen.