FC St. Pauli

Ajax will Gregoritsch, doch das Talent will bleiben

Das Sturmtalent soll im Fokus von Ajax Amsterdam stehen, will aber langfristig bleiben. Gregoritsch kam in dieser Spielzeit zwar lediglich auf drei Kurzeinsätze bei St. Pauli, beweist aber Geduld.

Hamburg. Der Heimatbesuch hatte sich für Michael Gregoritsch in jeglicher Hinsicht gelohnt. Der Stürmer des FC St. Pauli konnte sich in Österreich nicht nur den kulinarischen Spezialitäten wie Wiener Schnitzel und Kaiserschmarrn hingeben, im Trikot der U21-Nationalmannschaft konnte er in den Länderspielen gegen die Türkei und Ungarn Spielpraxis sammeln.

Beim 2:0-Sieg gegen die Türkei traf der 19-Jährige, er stand 78 und 80 Minuten auf dem Platz. Die guten internationalen Leistungen scheinen sich in Europa herumgesprochen zu haben. Laut Österreichs „Kronen“-Zeitung soll Ajax Amsterdam Interesse am talentierten Offensivspieler haben. Im Winter könnte der Champions-League-Club einen Vorstoß wagen. „Es ist schön und ehrt mich. Aber ich habe heute das erste Mal davon gehört“, sagt Gregoritsch, der im Sommer auf Leihbasis von der TSG 1899 Hoffenheim zum FC St. Pauli gekommen war.

In Hamburg lief es bislang noch nicht rund. Lediglich drei Kurzeinsätze stehen zu Buche. Umso erstaunlicher, dass Gregoritsch eine Liebeserklärung an St. Pauli abgibt: „Ich möchte über den Sommer hinaus hierbleiben. Ich spüre das Vertrauen. Es gibt keinen Grund, Unruhe aufkommen zu lassen.“

Beim Verein selbst hat sich noch niemand wegen des Stürmers gemeldet. Dass ein Deal zwischen Hoffenheim und Ajax Amsterdam an St. Pauli vorbei eingefädelt werden könnte, glaubt Sportchef Rachid Azzouzi nicht: „Wir haben eine Kaufoption bei Michael, die wir im kommenden Jahr ziehen können. Wenn jemand Interesse hat, muss er an uns herantreten.“ Im Frühjahr dürfte eine Entscheidung fallen. Sollte St. Pauli die Option ziehen, dürfte die Ablöse im sechsstelligen Bereich liegen.

Gregoritsch hofft derweil, einen gewichtigere Rolle im Team zu spielen. Er setzt dabei auf die Systemumstellung des neuen Trainers Roland Vrabec auf zwei Spitzen. „Wir Österreicher sind geduldig. Meine Chance wird kommen und dann muss ich sie nutzen“, sagt der erstaunlich erwachsene 19-Jährige. Sein überraschendes Vorbild kommt aus einer völlig anderen Sportart – dem Shorttrack: „Steven Bradbury hat 1994 und 1998 bei Olympia als Favorit nichts gewonnen – und holte 2002 als Außenseiter plötzlich Gold.“ Gerade als junger Spieler, so Gregoritsch, sollte man keine großen Ansprüche stellen, „wenn man bisher nur wenig geleistet hat“.